Dörentrup ist gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste Kommune im Kreis Lippe: rund 7.700 Menschen verteilen sich auf fünf gewachsene Dörfer, die erst 1969 zu einer Gemeinde zusammengefasst wurden. Bega und Hillentrup sind alte Kirchspieldörfer — das Kirchspiel Bega taucht 1227 als „Byche“ erstmals in einer Urkunde auf, Hillentrup hat seine neugotische ehemalige Wallfahrtskirche behalten. Schwelentrup und Humfeld sind ebenfalls über 700 Jahre alt, und in Wendlinghausen steht mit dem zwischen 1613 und 1615 errichteten Wasserschloss eines der markanten Zeugnisse der Weserrenaissance im Lipper Bergland; das Gut ist in privater Hand, der Schlosspark öffentlich zugänglich. Zwischen den Dörfern liegt weite, hügelige Landschaft: Felder, Weiden, Streuobstwiesen, Bachläufe und immer wieder einzeln stehende Hofstellen. Ferien auf dem Land und Naturerlebnis im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge sind hier ein eigener Wirtschaftszweig.
Für einen Schädlingsbekämpfer bedeutet diese Struktur etwas grundsätzlich anderes als ein geschlossenes Stadtgebiet. Es gibt keinen dichten Straßenzug, in dem sich ein Befall von Wohnung zu Wohnung fortsetzt — dafür sehr viel Gebäudehülle pro Einwohner: Scheunen, Remisen, Ställe, Holzlager, ausgebaute Dachböden. Mäuse laufen in Balkendecken und hinter Ausfachungen, ohne dass es jemand hört; Feldmäuse wechseln nach Mahd und Ernte schubweise von der Wiese in die Nebengebäude. Ratten orientieren sich an der Bega, an Gräben und an dem, was auf einem Hof zwangsläufig offen steht: Futtersäcke, Silageränder, Komposthaufen, Hühnerauslauf. Der Steinmarder findet an alten, tief heruntergezogenen Dächern und an ausgebauten Scheunen mehr Einstiege, als sich von unten erkennen lassen. Und in den Landgasthöfen, Hofläden und Ferienunterkünften der Gemeinde ist eine sauber dokumentierte Bekämpfung von Schaben kein Nebenthema, sondern Voraussetzung für den Betrieb.