Paderborn ist mit rund 157.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt im Kreis Paderborn und das Oberzentrum für den gesamten Südosten Ostwestfalen-Lippes. Der weitaus größte Teil lebt in der Kernstadt mit rund 90.000 Menschen, dahinter folgen Schloß Neuhaus mit etwa 27.000 — einschließlich Sennelager und Mastbruch — und Elsen mit gut 16.000. Deutlich kleiner und dörflicher geprägt sind Wewer, Sande, Marienloh, Dahl, Benhausen und Neuenbeken. Landschaftlich sitzt die Stadt an einer Nahtstelle: Im Norden reichen die trockenen Sandböden der Senne heran, im Süden beginnt die Paderborner Hochfläche mit ihrem Karstuntergrund, im Osten steigt das Gelände zum Eggegebirge an. Für die Schädlingsbekämpfung ist das kein Nebenschauplatz, sondern der Grund, warum ein Befall am Nordrand völlig anders aussieht als einer im Süden.
Ebenso prägend ist die Bausubstanz. Anders als in Lemgo oder Detmold besteht die Paderborner Innenstadt nicht aus geschlossenen Fachwerkgassen — sie wurde nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend neu aufgebaut. Erhaltene Fachwerkzeilen finden sich vor allem im Quellgebiet rund um den Dielenpader, den überwiegenden Teil machen Wiederaufbau- und Nachkriegsbauten mit Betonkellern, Versorgungsschächten und dicht belegten Leitungsdurchführungen aus. Genau diese Durchführungen sind die Stellen, an denen Nager zwischen Keller, Steigschacht und Wohnung wechseln. Dazu kommt die Universität Paderborn mit über 16.000 Studierenden: möblierte Zimmer, häufige WG-Wechsel und viel Second-Hand-Mobiliar machen Bettwanzen zu einem Thema, das sich nicht auf Hotels beschränkt. In den Gewerbe- und Logistikflächen im Süden und Westen der Stadt stehen dagegen Vorratsschädlinge und Nager im Vordergrund, in den dörflichen Ortsteilen am Eggerand — Benhausen, Neuenbeken, Dahl — Hofstrukturen mit Futter- und Getreidelagern sowie Marder in Dachböden waldnaher Häuser. Welche dieser Ausgangslagen vorliegt, klärt der Schädlingsbekämpfer bei der Erstinspektion vor Ort — am Telefon lässt sich das seriös nicht entscheiden.