Der Kreis Paderborn liegt im Süden des Regierungsbezirks Detmold und ist mit gut 1.240 Quadratkilometern der flächengrößte Kreis Ostwestfalen-Lippes; rund 313.000 Menschen leben in seinen zehn Städten und Gemeinden. Die Kreisstadt Paderborn ist mit etwa 157.000 Einwohnern zugleich Oberzentrum, Universitätsstadt und mit Abstand größte Kommune. Landschaftlich fällt der Kreis in vier deutlich verschiedene Räume auseinander: im Norden die Senne mit ihren mageren, trockenen Sandböden, im Westen die Hellwegbörden mit der Lippeniederung und dem Delbrücker Land, im Osten das Eggegebirge und im Süden die Paderborner Hochfläche — eines der großen Karstgebiete Westfalens mit tief eingeschnittenen Trockentälern, versickernden Bächen und außergewöhnlich schüttungsstarken Quellen. Genau diese Karsthydrologie erzeugt das dichteste Quell- und Gewässernetz der Region und damit die Laufwege, auf denen Wanderratten weite Strecken zurücklegen, ohne je an die Oberfläche zu müssen.
Ebenso unterschiedlich ist die Bausubstanz. In der Paderborner Innenstadt und in den historischen Kernen von Salzkotten, Büren und Delbrück stehen Fachwerkhäuser, Bruchstein- und Gewölbekeller dicht an dicht, oft mit gemeinsamen Kellergängen und jahrhundertealten Leitungsdurchführungen — hier laufen Nagermeldungen zusammen, dazu Schaben aus Gastronomie und Lebensmittelbetrieben und Bettwanzen aus Hotels, Pensionen und studentischem Wohnraum, denn die Universität Paderborn bringt rund 20.000 Studierende in die Stadt. Wirtschaftlich steht dem ein sehr breites Umland gegenüber: Das Delbrücker Land und die Bördeflächen um Salzkotten und Borchen sind intensiv landwirtschaftlich genutzt, mit Ställen, Futter- und Getreidelagern, in denen Nager und Vorratsschädlinge die Hauptrolle spielen; Bad Lippspringe und Bad Wünnenberg leben als Heilbäder von Kliniken, Kurhäusern und Hotellerie mit entsprechend sensiblen Küchen- und Wäschebereichen; bei Büren liegt der Flughafen Paderborn-Lippstadt mit seinen Gewerbeflächen, Altenbeken ist Eisenbahnknoten am Eggegebirge, und Lichtenau gehört zu den windenergiestärksten Kommunen des Landes. Wo Gebäude an Wald, Feld oder Bachlauf grenzen, kommen die Tiere nicht aus dem Kanal, sondern über die Fläche — deshalb geht unser Schädlingsbekämpfer dort fast immer zuerst die Gebäudehülle ab, bevor überhaupt über Bekämpfungsmittel gesprochen wird.