Rheda-Wiedenbrück liegt im Süden des Kreises Gütersloh, dort wo die Ems die flache Emssandebene durchzieht. Mit gut 50.000 Einwohnern ist die Stadt die zweitgrößte im Kreis. Entstanden ist sie 1970, als die bis dahin eigenständigen Städte Rheda und Wiedenbrück mit den Landgemeinden Batenhorst, Lintel, St. Vit und Nordrheda-Ems zusammengelegt wurden; heute führt die Hauptsatzung noch die drei Ortschaften Batenhorst, Lintel und St. Vit, während Nordrheda-Ems seit 2004 zu Rheda gehört. Beide Kerne haben ihr historisches Gesicht behalten: Wiedenbrück mit dichtem Fachwerkbestand rund um den Markt und der Tradition der Wiedenbrücker Schule, Rheda mit dem Wasserschloss und den gewachsenen Straßenzügen daneben. Verbunden werden die beiden Stadtteile durch das weitläufige Gelände der Flora Westfalica, das seit der Landesgartenschau 1988 als Park- und Erholungsband entlang der Ems dient. Wirtschaftlich prägen die Lebensmittel- und Fleischverarbeitung, Zulieferer und mittelständisches Gewerbe den Standort, dazu Gastronomie und Beherbergung in den Altstädten. In Batenhorst, Lintel und St. Vit bleibt es dagegen ländlich: Hofstellen, Feldflur, Grünland und Betriebe mit Futter- und Erntelagern.
Für die Schädlingsbekämpfung ergibt sich daraus ein Bild, das sich vom bergigen Lipper Land oder von den Sandböden der Senne deutlich unterscheidet. Zwei alte Ortskerne bedeuten zwei gewachsene Kanalnetze mit Altanschlüssen, aufgegebenen Leitungssträngen und unverschlossenen Revisionsschächten — für Wanderratten die bequemste Verbindung zwischen Untergrund und Hinterhof. Die Ems und ihre Zuläufe liefern dazu durchgehend feuchte Uferstreifen, in denen sich Baue anlegen lassen. Beim Gebäude selbst ist Eichenfachwerk das Thema: Balkenköpfe, Schwellen und Deckenbalken werden von Hausbock und Nagekäfer befallen, und die Fugen zwischen Gefach und Holz sind zugleich Einstiegsstellen für Hausmäuse und Wespen. Dachböden mit alter Aufsparrendämmung, Schleppgauben und offenen Traufen sind in dieser Bausubstanz die Regel — Steinmarder finden dort ohne Kletterhilfe hinein. Wo Gastronomie, Bäckereien, Kantinen und lebensmittelverarbeitende Betriebe dicht beieinander liegen, bleiben Deutsche Schabe und Bäckereischabe ein Dauerthema, das nur mit lückenloser Dokumentation sauber abgearbeitet wird. Hotels, Pensionen und Unterkünfte mit häufigem Bewohnerwechsel erklären den Anteil der Bettwanzen-Anfragen. Und in den Ortschaften im Süden sorgen Futtersilos, Strohlager und offene Scheunentore dafür, dass Haus- und Feldmäuse im Herbst regelmäßig ins Wohnhaus nachrücken.