Kotspuren
Spindelförmig, dunkel, 1,5 bis 2 cm lang, oft in kleinen Ansammlungen entlang von Wänden, auf Kellerregalen oder auf dem Sockel einer Bruchsteinmauer. Frischer Kot glänzt und ist weich, älterer zerbröselt grau.
Alte Hansestadt Lemgo · Kreis Lippe
Zwischen der geschlossenen Fachwerkzeile der Altstadt, den Gewölbekellern der alten Kaufmannshäuser, dem Begalauf und den Wohnlagen rund um den Hochschulcampus findet die Wanderratte in Lemgo ungewöhnlich viele Wege und Verstecke. Wir sehen uns an, wo die Tiere tatsächlich herkommen — und behandeln erst danach.
Die Erstinspektion vor Ort kostet Sie nichts. Sie erhalten ein schriftliches Angebot, bevor irgendetwas ausgelegt wird. Orientierungspreis für die Rattenbekämpfung: ab 189 €.
Steckbrief
Meldungen aus Lemgo betreffen fast ausnahmslos die Wanderratte (Rattus norvegicus). Sie lebt bodennah, gräbt, schwimmt und hält sich dort auf, wo Deckung, Wasser und Futter dicht beieinanderliegen — eine Beschreibung, die auf die Begaufer und auf die Hinterhöfe der Altstadt gleichermaßen passt.
Befundaufnahme
Gesehen wird die Ratte selbst meist zuletzt. Vorher hinterlässt sie Spuren — in Lemgoer Altbauten häufig im Keller und im Hof, in den Ortsteilen an Scheunenwänden und Futterlagern. Diese sechs Merkmale sollten Sie kennen, bevor Sie einen Schädlingsbekämpfer rufen.
Spindelförmig, dunkel, 1,5 bis 2 cm lang, oft in kleinen Ansammlungen entlang von Wänden, auf Kellerregalen oder auf dem Sockel einer Bruchsteinmauer. Frischer Kot glänzt und ist weich, älterer zerbröselt grau.
Ratten laufen mit Körperkontakt zur Wand. Über Wochen entstehen dunkle, fettig glänzende Bahnen an Sockelleisten, Kellertreppen und Türlaibungen — auf hellem Kalkputz in alten Lemgoer Kellern besonders gut zu sehen.
Im Staub eines lange ungenutzten Gewölbekellers zeichnen sich Pfoten- und Schleifspuren des Schwanzes ab. Im Grün an der Bega-Böschung oder am Kompost erkennt man ausgetretene Trampelpfade von wenigen Zentimetern Breite.
Paarige Zahnrillen an Kabelmänteln, Holzbalken, Türzargen, Kunststoffrohren und Vorratsverpackungen. In Fachwerkhäusern trifft es oft weiches Altholz an Balkenfüßen und alte Textilummantelungen von Leitungen.
Runde, glatt ausgetretene Eingänge von fünf bis acht Zentimetern in Uferböschungen, unter Terrassenplatten, an Komposträndern, neben Schuppenfundamenten. Meist gibt es einen sichtbaren Haupt- und einen versteckten Fluchtausgang.
Nächtliches Poltern, Kratzen und Trippeln in Zwischendecken, Wandgefachen oder unter Dielenböden. Dazu ein anhaltender, süßlich-strenger Uringeruch, der sich in geschlossenen Kellerräumen hält.
Nagespuren an einem Kabel können auch von Mäusen stammen, ein Poltern über der Decke von einem Marder. Erst die Kombination — Kot in Wandnähe, Schmierspuren auf gleicher Höhe, dazu ein Loch im Hof — ergibt ein belastbares Bild. Genau das prüfen wir bei der Erstinspektion, statt Sie am Telefon zu einer Behandlung zu überreden.
Ortslage
Lemgo ist kein beliebiger Standort für Rattenbefall. Die Kombination aus historischem Baubestand, einem Bachlauf mitten durch die Stadt, alter Kanalisation und stark durchwechselnden Wohnlagen am Campus erzeugt Befallsbilder, die wir in dieser Form sonst kaum antreffen.
Die Lemgoer Altstadt gehört zu den wenigen geschlossen erhaltenen Fachwerkbeständen in Ostwestfalen-Lippe. Zwischen Mittelstraße, Breiter Straße und Papenstraße stehen die Häuser Giebel an Giebel, viele davon seit dem 16. und 17. Jahrhundert. Für die Schädlingsbekämpfung bedeutet das vor allem eines: Kaum ein Gebäude steht für sich allein. Lehmausfachungen, gemeinsame Trennwände, durchlaufende Fußbodenaufbauten und nachträglich gestemmte Installationsschächte verbinden Nachbarhäuser miteinander. Eine Wanderratte, die im Hinterhof des einen Hauses eine Futterquelle gefunden hat, bewegt sich nicht in einem Haus, sondern in einer Häuserzeile.
Unter den alten Kaufmannshäusern am Markt und entlang der Mittelstraße liegen tiefe Gewölbe- und Bruchsteinkeller, teilweise auf zwei Ebenen und mit gestampftem Lehm- oder Sandboden. Das Mauerwerk wurde ohne durchgehende Sperrschicht gesetzt, die Fugen sind über Jahrhunderte ausgewaschen. Ratten müssen sich hier nichts nagen, sie nutzen, was ohnehin offen steht: Lichtschächte ohne Gitter, Kellerhälse mit verzogenen Türen, Durchbrüche für später verlegte Strom- und Wasserleitungen. Wir suchen in Lemgoer Altbaukellern deshalb zuerst den Übergang zwischen Mauerwerk und Erdreich ab, nicht die Raummitte.
Nach oben ist der Weg ähnlich kurz. Viele Lemgoer Dielenhäuser haben offene, über mehrere Achsen durchlaufende Dachstühle ohne Abschottung; Kaminwangen, alte Aufzugsluken und nachträglich geführte Leitungen bilden senkrechte Schächte durch das gesamte Haus. Wanderratten klettern dabei besser, als die meisten Eigentümer erwarten — an Fallrohren, Rankgittern und rauem Fachwerk kommen sie bis unters Dach. Kratz- und Laufgeräusche über der Schlafzimmerdecke sind in der Altstadt deshalb ein ernst zu nehmender Hinweis und nicht automatisch ein Marder.
Die Bega läuft mitten durch die Stadt, streckenweise offen mit bewachsenen Böschungen, streckenweise verrohrt unter der Innenstadt. Gewässerränder sind der klassische Lebensraum der Wanderratte: grabfähige, feuchte Böschungen, dichte Ufervegetation als Deckung, ständiger Wasserzugang. Wo Gärten, Kleingartenparzellen und Hofflächen direkt an den Bachlauf grenzen — im Bereich des Begaparks, unterhalb von Schloss Brake, entlang der Wiesen Richtung Wiembeck —, treffen Deckung und Futterangebot aufeinander. Glatt ausgetretene Erdlöcher in einer solchen Uferböschung sind fast nie Maulwurfs- oder Mäusegänge.
Der zweite Zulaufweg ist das Kanalnetz. Ein Teil der Hausanschlüsse in der Lemgoer Innenstadt ist alt, aus Steinzeug gefertigt und über Jahrzehnte mehrfach angeflickt worden; unter Fachwerkbauten arbeiten Setzungen zusätzlich an den Muffen. Über gerissene Anschlussstutzen und stillgelegte, aber nie verschlossene Leitungen gelangen Tiere aus dem öffentlichen Netz in Grundleitungen und von dort in Keller, gelegentlich auch in Toiletten. Stellen wir in einem Altstadthaus Befall fest, gehört eine Kamerabefahrung der Grundleitung fast immer zur Ursachensuche — sonst bleibt jede Schädlingsbekämpfung Symptombehandlung.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich am Hochschulcampus und in den Wohnlagen um das Lüttfeld. Rund um die Hochschule gibt es viele kleine, häufig wechselnd belegte Wohnungen und Wohngemeinschaften. Zum Semesterende ziehen Bewohner kurzfristig aus, Restmüll und Lebensmittel bleiben in Gemeinschaftsküchen, Fahrradkellern und an Sammeltonnenplätzen zurück, überfüllte Rest- und Biotonnen stehen über Tage. Ratten brauchen keinen Schmutz, sie brauchen Regelmäßigkeit — und die entsteht genau dort, wo sich niemand dauerhaft zuständig fühlt. In solchen Objekten arbeiten wir zweigleisig: Bekämpfung plus eine schriftliche Empfehlung an Verwaltung oder Vermieter, wie Tonnenstandplatz, Kellerzugänge und Abholrhythmus zu ordnen sind.
In den Hinterhöfen der Mittelstraße und der Breiten Straße liegen Küchen, Leergutlager und Tonnenplätze auf engstem Raum, oft nur über schmale Durchfahrten erreichbar. Fettabscheider, Speisereste im Restmüll und Kopfsteinpflaster mit offenen Fugen ergeben zusammen ein verlässliches Angebot. Für Gastronomie und Lebensmittelbetriebe in Lemgo dokumentieren wir jeden Einsatz so, dass die Unterlagen einer Kontrolle standhalten: Lageplan der Stationen, Kontrolltermine, eingesetzter Wirkstoff, Befundverlauf.
Außerhalb des Wallrings ändert sich die Lage erneut. In Lieme, Kirchheide, Entrup, Hörstmar, Brüntorf oder Voßheide prägen Hofstellen, Scheunen, Ställe und Futterlager das Bild. Dort geht es selten um Einzeltiere, sondern um eine Population, die zwischen Silo, Mistlager, Kompost und Wohnhaus pendelt. An solchen Objekten setzen wir auf einen Ring von Stationen entlang der Gebäudeaußenkanten statt auf punktuelle Auslagen im Haus — und auf die ehrliche Ansage, dass ohne geordnete Futterlagerung jede Bekämpfung nach wenigen Monaten von vorn beginnt.
Was das für die praktische Arbeit heißt: In der Lemgoer Altstadt bohren wir nichts in historische Substanz. Köderstationen werden frei aufgestellt, beschwert oder an bereits vorhandenen Punkten befestigt; wo geöffnet werden muss, stimmen wir das vorher mit dem Eigentümer und, wenn nötig, mit der Denkmalbehörde ab. Und weil es in den Gassen rund um Markt und Ostertor kaum Ladeflächen gibt, kommen wir dort mit dem Koffer zu Fuß — was für Anwohner nebenbei den Vorteil hat, dass vor der Haustür kein beschrifteter Transporter parkt.
Mittelstraße, Breite Straße, Papenstraße: gemeinsame Wände und durchlaufende Hohlräume. Befall wird zeilenweise gedacht, nicht hausweise.
Bruchsteinmauerwerk auf Sandboden, offene Fugen, ungesicherte Lichtschächte. Der Einstieg liegt fast immer am Boden-Wand-Übergang.
Begapark, Uferwiesen und Gärten am Wasser bieten Deckung, Grabgrund und Futter. Von hier wandern Tiere in angrenzende Grundstücke.
Häufige Mieterwechsel, Sammeltonnenplätze und Gemeinschaftsküchen. Zum Semesterende steigt das Futterangebot sprunghaft an.
Lieme, Kirchheide, Entrup, Hörstmar: Ställe, Silos und Kompost. Behandlung als Außenring um die Gebäude, nicht als Punktmaßnahme.
Ablauf
Fünf Schritte, vom ersten Anruf bis zum Abschluss. Sie wissen an jedem Punkt, was geschieht und was es kostet.
Am Telefon fragen wir nach Ortsteil, Gebäudeart und dem, was Sie beobachtet haben. Bei einer Wohnung in der Neustadt stellen sich andere Fragen als bei einer Scheune in Kirchheide. Häufig lässt sich schon hier eingrenzen, ob es um Ratten oder um Mäuse geht.
Wir kommen zum vereinbarten Termin nach Lemgo und sehen uns Keller, Hof, Tonnenplatz, Böschung und Grundleitungszugänge an. In der Fußgängerzone sind wir zu Fuß unterwegs, dezent und ohne Beschriftung. Berechnet wird ausschließlich die Anfahrtspauschale von 35 €.
Vor Arbeitsbeginn erhalten Sie ein schriftliches Angebot mit Leistungsumfang, Anzahl der Stationen, geplanten Kontrollterminen und Preis. Erst wenn Sie zustimmen, geht es weiter. Bei Beauftragung wird die Anfahrtspauschale vollständig verrechnet.
Verschlossene, kindersichere Köderstationen werden entlang der ermittelten Laufwege gesetzt und in einem Lageplan festgehalten. In bewohnten Altstadthäusern liegt der Schwerpunkt außen und im Kellerbereich, damit Kinder und Haustiere im Wohnbereich gar nicht erst in Kontakt kommen können.
Mehrere Nachkontrollen zeigen, ob die Aufnahme zurückgeht. Zum Abschluss nehmen wir alle Stationen wieder mit und benennen schriftlich, was baulich zu tun ist: Lichtschacht sichern, Kellertür abdichten, Grundleitung prüfen, Tonnenplatz verlegen.
Preisorientierung
Feste Beträge lassen sich seriös erst nach der Besichtigung nennen, weil ein Reihenhaus in Brake und ein Fachwerkhaus mit zwei Kellerebenen am Markt unterschiedlich viel Arbeit bedeuten. Die folgenden Werte sind Orientierungspreise und keine verbindliche Zusage.
| Leistung | Orientierungspreis | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
| Rattenbekämpfung Wohnhaus oder Wohnung | ab 189 € | Größe und Zugänglichkeit des Objekts, Anzahl der Köderstationen, ob nur der Außenbereich oder auch Keller und Hof behandelt werden. |
| Mehrfamilienhaus oder Altstadtzeile | nach Befund | Zahl der Wohneinheiten, gemeinsame Keller- und Dachbereiche, Abstimmung mit Verwaltung und Nachbareigentümern in geschlossener Bebauung. |
| Gastronomie und Lebensmittelbetrieb | nach Befund | Hinterhoffläche, Leergut- und Tonnenlager, Umfang der Dokumentation für die Lebensmittelüberwachung, gewünschte Kontrollintervalle. |
| Hof, Stall oder Scheune in den Ortsteilen | nach Befund | Länge der zu sichernden Gebäudeaußenkante, Futter- und Silolager, Tierbestand, Zahl der Kontrollfahrten nach Lieme, Entrup oder Hörstmar. |
| Kamerabefahrung der Grundleitung | nach Aufwand | Nur wenn der Verdacht auf einen Zulauf über den Hausanschluss besteht — in Altstadthäusern der häufigste Fall. |
| Anfahrtspauschale | 35 € | Einmalig für die Erstinspektion. Bei Beauftragung wird der Betrag vollständig mit der Rechnung verrechnet. |
| Notdienst-Zuschlag | +129 € | Für Einsätze außerhalb der regulären Zeiten, nachts, am Wochenende und an Feiertagen. |
Alle Beträge verstehen sich als Orientierungswerte und ersetzen kein Angebot. Der verbindliche Preis steht in dem schriftlichen Angebot, das Sie vor Arbeitsbeginn erhalten. Verbindliche Beträge nennen wir grundsätzlich nicht am Telefon, weil sich der Aufwand ohne Besichtigung nicht seriös bestimmen lässt.
Transparente Preise, schriftliches Angebot vor Arbeitsbeginn. Lediglich eine Anfahrtspauschale von 35 € — bei Beauftragung vollständig verrechnet.
Was Sie bei uns nicht finden: Erfolgsgarantien, kostenlose Nachbehandlungen als Lockangebot oder Preise, die erst nach der Unterschrift steigen. Eine seriöse Schädlingsbekämpfung kann den Befall zuverlässig zurückdrängen, aber niemand kann garantieren, dass aus der Bega-Böschung oder aus dem Nachbarhof nie wieder ein Tier nachrückt.
Hintergrund
Was hinter der Bekämpfung steht — biologisch, rechtlich und im Umgang mit Wirkstoffen. Aufklappen, wenn Sie es genauer wissen möchten.
Eine Rattengruppe bleibt, solange Futter, Wasser und Deckung vorhanden sind. Weil Wanderratten mehrfach im Jahr werfen und die Jungtiere nach etwa drei Monaten selbst geschlechtsreif sind, wächst eine kleine Gruppe innerhalb einer Saison erheblich. Gleichzeitig sind die Tiere neophob: Alles Neue im Revier — auch eine Köderstation — wird tagelang gemieden und erst nach und nach angenommen.
Deshalb ist eine Bekämpfung kein einzelner Termin. Wir stellen die Stationen zunächst auf, warten die Gewöhnung ab und kontrollieren dann mehrfach. Wer nach einer Woche ohne Erfolg aufgibt, hat die Gruppe nur an Fremdkörper gewöhnt und die Bekämpfung für die Zukunft erschwert.
Wir arbeiten ausschließlich mit verschlossenen Stationen aus Hartkunststoff. Der Köder sitzt fest auf einem Dorn im Inneren, die Station wird verriegelt und der Schlüssel bleibt beim Schädlingsbekämpfer. Kinder, Hunde und Katzen kommen an den Inhalt nicht heran; Vögel ebenfalls nicht. Jede Station bekommt eine Nummer, wird in einen Lageplan eingetragen und bei jeder Kontrolle dokumentiert.
Nach Abschluss werden sämtliche Stationen wieder eingesammelt. Dauerbeköderung ohne Befund gehört nicht zum Standard und ist aus Gründen der Resistenzbildung und des Umweltschutzes auch nicht sinnvoll.
Rattenbefall ist ein Mangel der Mietsache. Nach § 535 BGB schuldet der Vermieter die Erhaltung in vertragsgemäßem Zustand — die Beauftragung und Bezahlung der Bekämpfung liegt damit grundsätzlich bei ihm, nicht beim Mieter. Nach § 536 BGB kann während des Befalls eine Mietminderung in Betracht kommen; die Höhe hängt vom Einzelfall ab und sollte nicht ohne Beratung eigenmächtig festgesetzt werden.
Mieter haben ihrerseits eine Anzeigepflicht: Der Befall muss dem Vermieter unverzüglich und nachweisbar gemeldet werden, am besten schriftlich. Wer wochenlang zuwartet, riskiert die eigene Haftung für Folgeschäden. In Wohnungseigentümergemeinschaften betrifft der Befall meist Gemeinschaftseigentum wie Keller, Hof oder Grundleitung; dann entscheidet und beauftragt die Gemeinschaft beziehungsweise die Verwaltung.
Zahlreiche Kommunen in Nordrhein-Westfalen regeln die Rattenbekämpfung über eine eigene Satzung und verpflichten Grundstückseigentümer, einen festgestellten Befall der Stadt anzuzeigen. Ob und in welcher Form das aktuell für Ihr Grundstück in Lemgo gilt, erfragen Sie am besten direkt bei der Stadtverwaltung oder beim Ordnungsamt — die Regelungen werden gelegentlich angepasst, und wir möchten Ihnen keinen veralteten Stand nennen.
Unabhängig davon gilt: Befall auf öffentlichen Flächen, an Uferbereichen der Bega oder rund um städtische Abfallbehälter ist ein Fall für die Stadt. Befall auf Ihrem eigenen Grundstück ist Ihre Sache — beides greift in Lemgo regelmäßig ineinander, weshalb eine Meldung an die Stadt auch dann sinnvoll ist, wenn wir bereits bei Ihnen arbeiten.
Rodentizide mit antikoagulanten Wirkstoffen sind in Deutschland nur eingeschränkt verkehrsfähig und dürfen im professionellen Bereich nur von sachkundigem Personal unter Beachtung der vorgeschriebenen Risikominderungsmaßnahmen eingesetzt werden. Dazu gehören verschlossene Stationen, eine befristete Anwendung, laufende Kontrolle und das Einsammeln von Restköder und toten Tieren.
Der Grund ist nicht Bürokratie, sondern Sekundärvergiftung: Ein vergiftetes Tier, das im Freien liegen bleibt, kann von Greifvögeln, Katzen, Füchsen oder Steinmardern aufgenommen werden. Auch Igel, Eichhörnchen und Singvögel dürfen an den Köder nicht herankommen. Deshalb kontrollieren wir Stationen im Außenbereich engmaschig und suchen die Umgebung ab. Die Wanderratte selbst unterliegt keinem Artenschutz; das Tierschutzgesetz verlangt aber auch bei ihr, dass Tiere nicht ohne vernünftigen Grund und nicht unnötig leidend getötet werden — Klebefallen kommen bei uns daher nicht zum Einsatz.
Nach der Bekämpfung entscheidet die Bausubstanz darüber, ob Ruhe einkehrt. In Lemgoer Altbauten sind das meist dieselben Punkte: Lichtschächte mit engmaschigem Edelstahlgitter sichern, Kellertüren und Kellerhälse dicht schließen, Durchbrüche für Leitungen mit Mörtel und Stahlwolle verschließen, defekte Anschlussstutzen der Grundleitung sanieren, gegebenenfalls eine Rattensperre im Hausanschluss setzen.
Im Hof kommt hinzu: Tonnen mit intaktem Deckel, Standplatz nicht direkt an der Hauswand, kein offener Kompost mit Speiseresten, kein dauerhaft ausgebrachtes Vogelfutter am Boden. Diese Hinweise erhalten Sie von uns schriftlich — sie kosten nichts und wirken oft mehr als jede zusätzliche Auslage.
Häufige Fragen aus Lemgo
Vier Fragen, die uns aus Lemgo besonders häufig erreichen — mit ehrlichen Antworten.
Wir bohren in historische Substanz grundsätzlich nicht. In den Häusern rund um Mittelstraße, Markt und Papenstraße arbeiten wir mit beschwerten, frei aufgestellten Stationen und nutzen vorhandene Befestigungspunkte wie Kellerregale, Rohrschellen oder Sockelkanten. Im Hof lassen sich Stationen problemlos an bestehende Metallteile oder Gitter binden.
Muss ausnahmsweise doch etwas geöffnet werden — etwa eine verschlossene Nische, in der wir Kot vermuten —, sprechen wir das vorher mit Ihnen ab und, falls es die Substanz berührt, auch mit der zuständigen Denkmalbehörde. Nichts davon geschieht ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung.
Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen verlangen per Satzung eine Anzeige des Befalls durch den Grundstückseigentümer. Ob Lemgo das derzeit so handhabt und an welche Stelle die Meldung geht, klären Sie am schnellsten mit einem Anruf bei der Stadtverwaltung. Auf die Bekämpfung selbst hat das keinen aufschiebenden Einfluss — Sie dürfen uns unabhängig davon beauftragen.
Wichtig wird die Meldung dort, wo die Quelle nicht auf Ihrem Grundstück liegt: bei Erdbauen in der Bega-Böschung, an städtischen Grünflächen oder rund um öffentliche Abfallbehälter in der Innenstadt. Solche Bereiche kann und darf nur die Stadt beziehungsweise ihr beauftragter Dienstleister behandeln. Wir vermerken solche Beobachtungen in unserem Bericht, damit Sie sie weitergeben können.
Es spricht einiges dafür. Rattenbaue an einem Bachlauf haben typischerweise runde Eingänge von fünf bis acht Zentimetern, glatt ausgetreten, ohne aufgeworfenen Erdhügel davor — das unterscheidet sie vom Maulwurf. Meist finden sich mehrere Öffnungen im Abstand weniger Meter, dazu ausgetretene Pfade im Bewuchs. Mäuselöcher sind deutlich kleiner, Kaninchenbaue erheblich größer und mit Kratzspuren am Eingang.
Am Wasser gilt eine Besonderheit: Der Zulauf kommt aus der Böschung und damit oft von außerhalb Ihres Grundstücks. Eine Behandlung nur innerhalb Ihres Zauns hält deshalb nur so lange, wie das Uferangebot nicht wieder nachliefert. Wir sehen uns die Grenze zum Gewässerbereich mit an und sagen Ihnen offen, ob eine Meldung an die Stadt der wirksamere Schritt ist als eine Auslage in Ihrem Beet.
Der Tonnenstandplatz gehört zum Gemeinschaftsbereich des Hauses. Zuständig ist damit der Vermieter oder die Hausverwaltung — nach § 535 BGB schuldet er einen mangelfreien Zustand, und die Kosten der Bekämpfung trägt er. Ihre Aufgabe als Mieter ist die unverzügliche schriftliche Meldung, gern mit Foto und Datum. Eine kurze Mail an die Verwaltung reicht und schafft den Nachweis.
Rund um den Campus sehen wir dieses Bild regelmäßig, besonders in den Wochen nach Semesterende, wenn viel auf einmal ausgeräumt wird. Wenn die Verwaltung uns beauftragt, behandeln wir den Standplatz und die angrenzenden Kellerzugänge und legen zusätzlich schriftlich fest, was am Abholrhythmus und an der Tonnenausstattung geändert werden sollte. Ohne diesen zweiten Teil kommt der Befall in der Regel im nächsten Semester zurück.
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Sie sind nicht sicher, ob es Ratten oder Mäuse sind? Rufen Sie an — die Unterscheidung gelingt am Telefon oft schon anhand von Kotgröße und Fundort: 01579 2528713
Ratten in der Küche eines Gastronomiebetriebs an der Mittelstraße, ein Tier im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in der Neustadt, ein Befund im Stall in Lieme kurz vor dem Melken: Solche Lagen warten nicht bis Montag. Unser Einsatzteam vor Ort erreicht Lemgo aus dem Kreis Lippe auf kurzem Weg — Altstadt, Brake, Lüttfeld und die Ortsteile eingeschlossen. Der Notdienst-Zuschlag beträgt 129 € zusätzlich zur Leistung und wird Ihnen vor der Anfahrt genannt.
Kontakt
Beschreiben Sie kurz, was Sie beobachtet haben und in welchem Teil Lemgos. Wir melden uns mit einer ehrlichen Ersteinschätzung und einem Terminvorschlag.