Der Kurpark ist mit rund 26 Hektar einer der großen Kurparks in Deutschland, und er prägt den Wespensommer im Zentrum stärker als alles andere. Nicht, weil dort besonders viele Nester säßen — der alte Baumbestand und die offenen Rasenflächen bieten wenig geschützte Hohlräume. Sondern weil ab der zweiten Augusthälfte die Kurgastronomie zum Anziehungspunkt wird: Kaffeeterrassen, offene Kuchentheken, Eisbecher, Saftgläser. Wespenarbeiterinnen stellen in dieser Phase ihre Ernährung von Eiweiß auf Zucker um und fliegen dafür weite Strecken. Wer im Park von Wespen umringt wird, hat deshalb fast nie das Nest vor sich. Wir suchen es in aller Regel in den Gebäuden ringsum — und finden es dort auch.
Diese Gebäude sind der eigentliche Grund, warum Einsätze im Kurviertel aufwendiger ausfallen als im Rest der Stadt. Die Villen der Bäderzeit stehen mit hohen Satteldächern, weit vorspringenden Dachüberständen, Holzverschalungen und Zierfriesen da. Hinter jedem dieser Elemente liegen Hohlräume, und darüber liegen große, oft seit Jahrzehnten kaum betretene Dachböden. Ein Volk, das dort im Mai einzieht, wird bis September nicht ein einziges Mal gestört — entsprechend groß werden diese frei tragenden Nester. Für die Schädlingsbekämpfung heißt das: Zugang über die Dachluke, Arbeit im Halbdunkeln unter Vollschutz, Behandlung ohne Nassnebel auf Stuck und Altholz, und danach das Nest vollständig entnehmen, damit im Folgejahr keine Nachnutzer und keine Speckkäfer im Nestrest sitzen. Sitzt das Nest außen unter der Traufe, sind acht bis zehn Meter Arbeitshöhe die Regel und nicht die Ausnahme.
Ein zweiter Bad Oeynhausener Sonderfall sind die Kliniken. Das Herzzentrum und die Rehabilitationseinrichtungen rund um das Kurgebiet bringen einen ständigen Wechsel von Personal, Patienten und Besuchern mit sich — Menschen, die das Haus nicht kennen und einen Flugverkehr am Nebeneingang nicht einordnen können. Gleichzeitig ist das Publikum hier besonders empfindlich: Herzpatienten, Menschen unter Blutverdünnung, Patienten nach Eingriffen, dazu die ohnehin bekannte Gruppe der Insektengiftallergiker. Ein Stich, den man privat abtut, ist in diesem Umfeld ein ernstes Ereignis. Wenn wir an einem Klinik- oder Reha-Objekt arbeiten, legen wir den Termin deshalb außerhalb der Besuchszeiten und der Anlieferung, sperren den Bereich großzügig ab, arbeiten ohne offen zurückbleibende Wirkstoffreste und melden das Ergebnis schriftlich an die Haustechnik zurück. Typische Fundorte sind dabei nicht die Patientenzimmer, sondern Raucherunterstände, Müllsammelstellen, Anlieferungsrampen und die Untersichten von Balkonen und Vordächern.
Ganz anders sieht es dort aus, wo die Stadt zum Wasser hin ausläuft. Die Werre mündet bei Bad Oeynhausen in die Weser, und entlang der Auen, am historischen Sielhafen in Rehme und in den angrenzenden Kleingärten und Uferwiesen dominiert ein anderer Nesttyp: das Erdnest. Feuchte, lockere Böden mit alten Nagergängen sind für die Deutsche Wespe ideale Nistplätze, und die hohe Ufervegetation verdeckt das Flugloch fast vollständig. Fast alle Fälle, die uns von dort erreichen, beginnen gleich — jemand mäht, mulcht oder schneidet Böschung, und das Volk geht geschlossen in die Luft. Für die Behandlung eines Erdnestes brauchen wir zwingend das exakte Flugloch, nicht die ungefähre Stelle. Wir arbeiten dort bevorzugt in der Dämmerung, wenn die Sammlerinnen zurück im Nest sind, und legen die Fläche für den Rest des Tages still.
In den Wohnquartieren von Werste, Eidinghausen und Lohe kehrt sich das Bild wieder um. Hier steht überwiegend Siedlungsbau der Sechziger- bis Achtzigerjahre, und damit stellt sich Jahr für Jahr dieselbe Frage: der Rollladenkasten. Der Spalt zwischen Kastendeckel und Sturz ist genau die Öffnungsgröße, die eine Königin im Frühjahr sucht, und der Kasten selbst ist trocken, dunkel und dicht am Schlafzimmer. Das ist der Grund, warum uns aus diesen Stadtteilen die meisten Anrufe nachts erreichen: Die Tiere sind nicht draußen, sie sind hinter der Wand über dem Kopfende. Der Zugang ist dafür in aller Regel unkompliziert, oft vom Erdgeschoss oder ersten Obergeschoss aus, und der Einsatz liegt am unteren Ende des Preisrahmens. Sitzt das Nest in einer vermieteten Wohnung, klären wir vorab, wer beauftragt — dazu unten mehr.
Am oberen Stadtrand schließlich, in Volmerdingsen, Wulferdingsen und Bergkirchen, geht Bad Oeynhausen in den Wiehengebirgsrand über. Waldnähe, alte Obstbestände, Scheunen, Holzschuppen und offene Carports — dort begegnen uns Hornissen deutlich häufiger als in der Innenstadt, und genau dort ist die Artbestimmung entscheidend, bevor irgendjemand tätig wird. Hornissen und Wildbienen sind gesetzlich geschützt; für sie kommt keine Bekämpfung infrage, sondern allenfalls eine genehmigte Umsiedlung. Wir fahren deshalb im Zweifel erst einmal nur zum Bestimmen hin — kostenlos — statt einen Auftrag anzunehmen, den es rechtlich gar nicht geben darf.
Praktisch kommt uns die Verkehrslage zugute. Über die Autobahn 2 und das Autobahnkreuz Bad Oeynhausen sowie die Nordumgehung erreichen wir Innenstadt, Kurgebiet und die östlichen Stadtteile ohne Umweg; die Höhenlagen Richtung Wiehengebirge kosten ein paar Minuten mehr. Für die Anfahrt macht das keinen Unterschied — die Anfahrtspauschale von 35 € gilt im gesamten Stadtgebiet gleich und wird bei Beauftragung verrechnet. In den engen Zufahrten und Vorgärten des Kurviertels klären wir vorab nur kurz, wo das Fahrzeug stehen kann, wenn Leitermaterial nötig ist.
Unter dem Strich sind wir in Bad Oeynhausen also mit vier klar unterscheidbaren Einsatztypen unterwegs, und sie verlangen von einem Schädlingsbekämpfer jeweils anderes Werkzeug und anderes Vorgehen: Höhenarbeit an den Kurvillen, Rücksicht und Terminplanung an den Kliniken, Fluglochsuche in den Werreauen und schnelle, saubere Kastenbehandlung im Siedlungsbau. Ein ortskundiger Schädlingsbekämpfer plant den Einsatz deshalb vom Gebäude her, nicht vom Schädling. Wer diese Unterschiede kennt, spart Ihnen Anfahrten und vermeidet Behandlungen, die am falschen Ort ansetzen.