Alte Hansestadt Lemgo · Kreis Lippe
Wespennest entfernen in Lemgo
In Lemgo sitzt das Nest selten dort, wo man es vermutet. Zwischen Mittelstraße und Papenstraße steht Fachwerkhaus an Fachwerkhaus, und in fast jedem Gebäude gibt es einen Weg vom Schwellbalken in die Gefachfüllung, vom Traufkasten unter die Sparren, von der Ladeluke auf den Speicher. Was von außen wie ein einzelnes Einflugloch aussieht, führt oft in einen Hohlraum, den man von der Straße aus gar nicht sieht.
Wir sehen uns das Objekt zuerst an, bestimmen die Art und entscheiden dann, ob überhaupt eingegriffen werden muss. Manche Nester in der Lemgoer Altstadt lassen sich bis zum natürlichen Absterben im Herbst stehen lassen — andere sitzen im Hausflur eines bewohnten Dielenhauses und müssen weg.
Nest in Lemgo melden
Beschreiben Sie kurz, wo das Nest sitzt. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung zurück.
Steckbrief
Wespen in Lemgo — die kurze Fassung
Was bei Anfragen aus der Lemgoer Altstadt und den Ortsteilen immer wieder auftaucht, bevor wir überhaupt vor Ort waren.
Saison in Lippe
Die Königin gründet ab April, meist im geschützten Warmen — in Lemgo oft in einem Speicher, der über den Winter zugig, aber frostfrei war. Auffällig wird das Volk erst ab Juli, wenn 2000 Tiere und mehr im Nest sind. Die meisten Anrufe aus Lemgo kommen zwischen Mitte Juli und Mitte September.
Typische Nestlagen vor Ort
Gefachfuge und Schwellbalken im Fachwerk, Traufkasten der Weserrenaissance-Giebel, offener Dachstuhl über der Diele alter Kaufmannshäuser, Rollladenkästen der 60er-Jahre-Bauten in Brake und Lieme, Erdnester in Gartenböschungen entlang der Bega.
Was rechtlich gilt
Alle heimischen Wespenarten stehen unter dem allgemeinen Schutz des § 39 BNatSchG. Hornissen sind zusätzlich besonders geschützt — für sie braucht es eine Ausnahme der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe in Detmold. In der Lemgoer Altstadt kommt der Denkmalbereich dazu.
Befund
Woran Sie den Befall erkennen
In einem verputzten Neubau bemerkt man ein Nest über die Tiere. In einem Lemgoer Fachwerkhaus bemerkt man es oft zuerst über das Haus selbst — über ein Geräusch in der Wand, über einen Fleck an der Innenseite eines Gefachs, über Holzstaub auf dem Speicherboden.
Ein einziger Flugkorridor
Wespen fliegen ihr Nest auf einer festen Bahn an. Wenn Sie sich in Ihren Hof in der Altstadt stellen und zehn Minuten schauen: Kommen die Tiere alle aus derselben Richtung und verschwinden an derselben Stelle im Gebälk, sitzt das Nest dort — auch wenn Sie nichts sehen. Ein diffuses Herumfliegen an mehreren Punkten spricht eher für Anflug an eine Nahrungsquelle.
Raspelndes Geräusch im Gebälk
Wespen zerkleinern Holzfasern zu Nestpapier. In einem Massivbau hört man davon wenig. In einem Lemgoer Fachwerkhaus überträgt das Ständerwerk das feine Schaben erstaunlich weit — Bewohner beschreiben es als „jemand kratzt in der Wand“, meist abends bei Ruhe im Haus. Bei Hornissen kommt ein tiefes, unregelmäßiges Brummen dazu.
Feuchter Fleck an Lehm oder Putz
Ein großes Volk gibt Feuchtigkeit ab. In einem Gefach mit Lehmausfachung schlägt sich das nach einigen Wochen als dunkler, leicht muffiger Fleck auf der Innenseite nieder — häufig übersehen, weil er wie ein alter Wasserschaden aussieht. Wird der Lehm weich, sollte niemand mehr daran herumdrücken, sondern erst ein Schädlingsbekämpfer draufschauen.
Papierschnipsel auf dem Speicherboden
Über der Diele alter Kaufmannshäuser liegen Speicherböden, die kaum jemand betritt. Wenn dort unter dem First plötzlich feine graubraune Krümel liegen, ist das abgetragenes Nestmaterial oder Bauschutt der Tiere. Ein Blick nach oben mit der Taschenlampe — und nicht weitergehen — klärt es meist.
Loch im Rasen mit Betrieb
In den Gärten Richtung Bega und in den Obstwiesen von Lieme und Hörstmar sitzen Erdnester fast immer in alten Mäuse- oder Maulwurfsgängen. Sichtbar ist nur ein daumengroßes Loch mit ständigem An- und Abflug. Rasenmäher und Motorsense in fünf Metern Umkreis lösen dort regelmäßig Angriffe aus — die häufigste Stichursache in Lemgoer Hausgärten.
Wespen am Abfallplatz, aber kein Nest
Rund um den Hochschulcampus und die Gastronomie in der Fußgängerzone häufen sich ab August Meldungen über Wespen an Mülltonnen und Außentischen. Das ist meist kein Befall am Gebäude, sondern Nahrungssuche aus Nestern im Umkreis von mehreren hundert Metern. Hier hilft keine Behandlung, sondern die Suche nach dem eigentlichen Nest.
Was Sie in einem Lemgoer Altbau auf keinen Fall tun sollten
Zwei Reaktionen richten hier regelmäßig mehr Schaden an als das Volk selbst: das Einflugloch mit Bauschaum oder Silikon zu verschließen und aus dem Fenster in ein Gefach zu sprühen.
- Ein verschlossenes Flugloch bringt das Volk nicht um. Die Tiere nagen sich einen zweiten Weg — im Fachwerk fast immer nach innen, also in die Wohnung statt nach draußen.
- Lehm und altes, ungehobeltes Eichenholz saugen Sprühmittel auf. Der Wirkstoff bleibt in der historischen Substanz, wirkt aber nicht dort, wo das Nest sitzt.
- Leitern auf dem Kopfsteinpflaster der Lemgoer Gassen stehen selten sicher. Ein Sturz aus vier Metern ist das größere Risiko als das Nest.
Der Lemgo-Faktor
Warum gerade in Lemgo so viele Nester im Gebäude sitzen
Lemgo hat einen Gebäudebestand, den es in dieser Dichte in Ostwestfalen-Lippe kaum ein zweites Mal gibt. Das ist der Grund, warum die Schädlingsbekämpfung hier anders abläuft als in einer Siedlung aus den 90ern.
Die Lemgoer Altstadt ist im Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt geblieben. Zwischen Mittelstraße, Breite Straße, Papenstraße und Echternstraße steht deshalb bis heute eine geschlossene Reihe von Bürger- und Kaufmannshäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, dazwischen die steinernen Weserrenaissance-Fassaden der reichen Hansezeit. Für eine Wespenkönigin ist das kein Denkmalbereich, sondern eine ununterbrochene Kette von Hohlräumen, die alle dasselbe bieten: dunkel, trocken, frostfrei, ungestört.
Der entscheidende Punkt ist die Bauweise. Ein Fachwerkgefach besteht aus einem Holzrahmen und einer Füllung aus Lehmstaken oder Ziegel. Holz und Füllung arbeiten unterschiedlich — über Jahrzehnte reißt die Fuge zwischen Schwelle und Ausfachung auf, oft nur zwei, drei Millimeter breit. Genau das brauchen Deutsche und Gemeine Wespe. Beide sind Dunkelhöhlenbrüter und suchen im Frühjahr einen Spalt, hinter dem ein größerer Raum liegt. In Lemgo finden sie ihn an fast jeder Traufkante, an jedem Balkenkopf, an jeder alten Ausbesserung. Wer im Mai eine einzelne große Wespe hartnäckig an einem Balken entlangkriechen sieht, sieht eine Königin bei der Wohnungsbesichtigung.
Die zweite Lemgoer Besonderheit sind die alten Kaufmannshäuser mit ihren Dielen. Über der Diele liegt ein hoher, meist nie ausgebauter Dachstuhl mit offenem Gebälk und einer Ladeluke zum Giebel hin. Diese Speicher werden vielleicht zweimal im Jahr betreten. Ein Nest, das dort im Mai gegründet wird, wächst bis September völlig unbemerkt — und weil es freihängend keinen Platzmangel hat, wird es deutlich größer als ein Nest im Rollladenkasten. Wir finden auf Lemgoer Speichern regelmäßig Freinester von der Größe eines Medizinballs. Das ändert alles: Anflugvolumen, Absicherung des Raums, Arbeitsdauer, und die Frage, ob der Speicher während der Arbeiten überhaupt betretbar ist.
Dann die Bega. Der Fluss durchzieht die Stadt und wurde in Teilen renaturiert; entlang der Aue stehen Weiden und Erlen mit Totholz, es gibt dauerhaft Feuchtigkeit und beschattete Böschungen. Für Hornissen ist das die ideale Kombination — sie brauchen morsches Holz als Baumaterial und Wasser in Reichweite. Anfragen zu Hornissen bekommen wir aus Lemgo überproportional aus ufernahen Lagen: Grundstücke Richtung Begapark, die Gartengrundstücke unterhalb von Brake, die Hänge Richtung Wahmbeck. Dort sitzt das Volk dann im hohlen Obstbaum, im Gartenhaus oder im Vogelkasten — und Hornissen bekommen einen anderen Rechtsweg als Wespen, dazu weiter unten mehr.
Ein Gebäudetyp, für den Lemgo bekannt ist, steht sinnbildlich für das Problem: das Junkerhaus mit seiner vollständig aus Holz geschnitzten, von Vorsprüngen, Konsolen und Zierbrettern überzogenen Fassade. Solche Holzverkleidungen gibt es in Lemgo an vielen Häusern in kleinerer Form — Verbretterungen an Wetterseiten, profilierte Knaggen, aufgesetzte Zierlagen. Hinter jedem dieser Vorsprünge liegt ein Spalt, und jeder dieser Spalte kann ein Nest verbergen, das von unten nicht zu sehen ist. Deshalb gehört zu jedem Einsatz an einem verkleideten Lemgoer Haus erst eine Suche mit Spiegel und Lampe und danach die eigentliche Schädlingsbekämpfung — nie umgekehrt.
Ganz anders sieht es am Hochschulcampus im Norden der Stadt aus. Dort dominieren Flachdächer mit Attika, Lüftungsauslässe, überdachte Fahrradstellplätze und offene Standplätze für Abfallbehälter. Ab August, wenn die Wespenvölker auf Zucker umschalten und der Campus wieder voll ist, häufen sich dort Beschwerden über aggressive Tiere an Mülltonnen und Außentischen. In neun von zehn Fällen sitzt gar kein Nest am Gebäude — die Tiere kommen aus der Umgebung. Wer dort direkt behandelt, behandelt Symptome. Sinnvoll ist es, den Anflug zurückzuverfolgen und die Standplätze so umzurüsten, dass die Nahrungsquelle wegfällt.
Und schließlich die Ortsteile. Lieme, Hörstmar, Entrup, Matorf-Kirchheide und Leese sind dörflich geprägt, mit Hofstellen, Scheunen, Balkenlagen und alten Streuobstwiesen. Hier verschiebt sich das Bild klar zu Erdnestern in aufgelassenen Mäusegängen unter den Obstbäumen und zu Nestern in Scheunentoren und Holzstapeln. Für Bewohner heißt das: Das Nest steht nicht am Haus, sondern genau dort, wo im August gemäht und geerntet wird. Diese Einsätze sind fachlich einfacher als die in der Altstadt, aber zeitkritischer, weil die Stichgefahr bei jeder Gartenarbeit unmittelbar ist.
All das zusammen erklärt, warum ein Schädlingsbekämpfer in Lemgo häufiger mit Teleskoplanze, Spiegel und Endoskop arbeitet als mit dem Sprühgerät. Die engen Gassen der Altstadt lassen Hubsteiger oft gar nicht zu, hohe Weserrenaissance-Giebel liegen jenseits der Leiterreichweite, und in die Substanz eines denkmalgeschützten Hauses darf nicht einfach hineingearbeitet werden. Behandelt wird darum in aller Regel am Flugloch selbst, mit einem staubförmigen Präparat, das die Tiere ins Nest eintragen — ohne Öffnen, ohne Stemmen, ohne Eingriff in Lehm oder Eiche.
Altstadt zwischen Mittel- und Papenstraße
Geschlossener Fachwerkbestand, Gefachfugen, Balkenköpfe. Zugang meist nur von innen, Arbeiten in Abstimmung mit dem Denkmalbereich.
Kaufmannshäuser mit offener Diele
Hoher, selten betretener Dachstuhl über der Diele. Freinester wachsen dort bis in den September unbemerkt auf beachtliche Größe.
Bega-Aue, Begapark, Brake
Totholz an Ufergehölzen plus Wasser in Reichweite: die Kombination, unter der Hornissenvölker in Lemgo am häufigsten gemeldet werden.
Hochschulcampus im Norden
Attika, Lüftungsauslässe, Abfallstandplätze. Ab August meist Nahrungssuche statt Nest am Gebäude — erst zurückverfolgen, dann handeln.
Lieme, Hörstmar, Entrup, Matorf-Kirchheide
Streuobstwiesen und Hofstellen. Schwerpunkt Erdnester in alten Mäusegängen und Nester in Scheunenbalken.
Untere Naturschutzbehörde Kreis Lippe
Zuständig in Detmold. Für Hornissen und geschützte Arten läuft der Antragsweg über den Kreis — wir bereiten die Unterlagen vor.
Ablauf
So läuft ein Einsatz in Lemgo ab
Der Weg ist bei einem Fachwerkhaus in der Altstadt ein anderer als bei einem Erdnest in Lieme. Die fünf Schritte sind trotzdem immer dieselben.
Anruf und Vorabklärung
Wir fragen nach Ortsteil, Gebäudetyp, ungefährer Höhe und danach, ob im Haushalt eine Insektengiftallergie besteht. Steht das Objekt in der Altstadt, klären wir gleich mit, ob eine Leiter überhaupt aufgestellt werden kann oder ob wir von innen an die Stelle müssen.
Erstinspektion vor Ort
Wir bestimmen die Art — das entscheidet über alles Weitere. Bei verkleideten oder verschachtelten Lemgoer Fassaden gehört dazu die Suche mit Spiegel, Lampe und gegebenenfalls Endoskop, weil das sichtbare Loch selten die Nestposition ist.
Rechtslage und Angebot
Handelt es sich um eine Hornisse oder eine geschützte Art, geht es zur Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe, nicht ans Nest. Bei allen anderen Arten bekommen Sie ein schriftliches Angebot mit Position, Verfahren und Preis — vor Arbeitsbeginn, nicht danach.
Behandlung oder Umsiedlung
In Lemgoer Altbauten überwiegend Applikation am Flugloch mit staubförmigem Präparat, ohne Öffnen der Konstruktion. Freinester im Speicher werden abgenommen, sobald die Flugaktivität steht. Erdnester in Lieme oder an Begaböschungen werden am Eingang behandelt und danach markiert.
Kontrolle und Verschluss
Nach ein bis zwei Tagen prüfen wir, ob noch Flugbetrieb herrscht. Erst wenn Ruhe ist, wird die Öffnung dauerhaft gesichert — bei Fachwerk mit einer Lösung, die zum Bestand passt und den Lehm nicht abdichtet, damit die Wand weiter austrocknen kann.
Preis-Orientierung
Was ein Wespennest in Lemgo kostet
Die Spanne kommt nicht vom Nest, sondern vom Gebäude. Ein Nest unter einem Carport-Dach in Brake ist eine andere Aufgabe als dasselbe Nest im Traufkasten eines siebenmeterhohen Giebels in der Papenstraße.
| Einsatz | Preis | Was den Preis in Lemgo bestimmt |
|---|---|---|
| Wespennest frei zugänglich — Carport, Gartenhaus, Hecke, niedrige Traufe | ab 189 € | Standardfall in den Wohnlagen von Brake, Lieme und Hörstmar. Anfahrt bis vors Haus möglich, Leiter steht sicher, Arbeit in unter einer Stunde erledigt. |
| Wespennest im Rollladenkasten oder in der Fensterlaibung | 189–249 € | Typisch für die Nachkriegs- und 60er-Jahre-Bauten außerhalb des historischen Kerns. Preis steigt, wenn der Kasten von innen geöffnet werden muss und Wohnraum abgedeckt wird. |
| Wespennest im Fachwerkgefach oder hinter Holzverkleidung | 219–289 € | Der Lemgoer Altstadtfall. Aufwand entsteht durch die Suche der tatsächlichen Nestlage hinter Zierbrettern und Knaggen und durch die Auflage, nichts an der Substanz zu öffnen. |
| Wespennest im offenen Dachstuhl oder auf dem Speicher eines Kaufmannshauses | 239–339 € | Große Freinester, hohe Firste, oft nur über steile Speichertreppen erreichbar. Der Raum muss vor und während der Arbeit gesichert werden, das kostet Zeit. |
| Erdnest im Rasen, im Beet oder an einer Böschung zur Bega | 189–239 € | Meist in aufgelassenen Mäusegängen. Preis hängt daran, wie weit das Nest im Gang zurückliegt und ob Hangneigung oder Bewuchs das Arbeiten erschweren. |
| Hornissennest — Beurteilung, Antrag, Umsiedlung | nach Aufwand | Ohne Ortstermin nennen wir hier bewusst keinen Preis. Umfang, Genehmigungsweg über den Kreis Lippe und Erreichbarkeit des Standorts unterscheiden sich zu stark. |
| Anfahrtspauschale | 35 € | Gilt für ganz Lemgo einschließlich der Ortsteile. Bei Beauftragung wird sie vollständig verrechnet. |
| Notdienst-Zuschlag | +129 € | Abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Sinnvoll bei Insektengiftallergie im Haushalt oder wenn ein Nest den einzigen Hauszugang blockiert. |
Wie wir zum Preis kommen
Transparente Preise, schriftliches Angebot vor Arbeitsbeginn. Lediglich eine Anfahrtspauschale von 35 € — bei Beauftragung vollständig verrechnet.
Am Telefon nennen wir bewusst keinen verbindlichen Betrag für ein Nest, das wir nicht gesehen haben. Gerade in Lemgo wäre das unseriös: Zwei Häuser in derselben Gasse können völlig unterschiedliche Zugänge haben, und ob hinter der Verbretterung ein handtellergroßes oder ein riesiges Volk sitzt, sieht man erst von der Leiter aus. Was wir Ihnen zusagen können, ist die Reihenfolge — erst schauen, dann schreiben, dann arbeiten.
Hintergrund
Fachliches und Rechtliches zum Nachlesen
Was in Lemgo regelmäßig gefragt wird, wenn der Einsatz eigentlich schon geklärt ist.
Welche Arten bauen in Lemgoer Gebäuden?
Für Konflikte in Gebäuden sind praktisch nur zwei Arten verantwortlich: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Beide bauen im Dunkeln, also in Gefachen, Rollladenkästen, Zwischendecken und Erdlöchern, beide erreichen mehrere tausend Tiere und beide gehen im Spätsommer an Zucker und Fleisch.
Die freihängenden, grauen Nester unter Lemgoer Dachüberständen gehören dagegen fast immer zur Sächsischen oder Mittleren Wespe. Diese Völker bleiben klein, sind ausgesprochen zurückhaltend und lösen sich bereits im Hochsommer wieder auf. Hier lohnt es sich, erst einmal nichts zu tun.
Die Hornisse (Vespa crabro) ist an Größe und tiefem Flugton gut zu erkennen. Sie ist nicht aggressiver als eine Wespe, sondern deutlich scheuer — bekommt aber einen eigenen Rechtsweg.
Artenschutz: Was darf entfernt werden, was nicht?
Nach § 39 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz dürfen wild lebende Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Lebensstätten nicht ohne vernünftigen Grund zerstört werden. Das gilt für alle heimischen Wespenarten. Ein Nest über der Terrassentür, an dem täglich Kinder vorbeimüssen, oder ein Volk im Schlafzimmer eines Lemgoer Altbaus ist ein solcher Grund — ein Nest im nie genutzten Speicher in der Regel nicht.
Die Hornisse ist zusätzlich besonders geschützt. Für sie greift § 44 BNatSchG, und ein Eingriff braucht eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG. Zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe in Detmold. Wir stellen die fachliche Einschätzung zusammen, die für den Antrag gebraucht wird, und siedeln um, wo es der Standort hergibt.
Was der Denkmalbereich Lemgoer Altstadt für die Arbeit bedeutet
Ein erheblicher Teil des historischen Kerns steht unter Schutz — als Einzeldenkmal oder über die Denkmalbereichssatzung. Praktisch heißt das: Wir stemmen keine Gefache auf, ziehen keine Zierbretter ab und setzen keine dauerhaften Bohrungen in Sichtfachwerk, ohne dass die Eigentümerseite das mit der Denkmalbehörde geklärt hat.
Für die Schädlingsbekämpfung ist das kein Hindernis, sondern nur eine Vorgabe an die Methode. Die Behandlung am Flugloch mit Stäubemittel funktioniert genau deshalb so gut, weil sie die Tiere den Wirkstoff selbst in den unzugänglichen Hohlraum tragen lässt. Muss ausnahmsweise doch geöffnet werden, geschieht das über die Innenseite, wo neuere Ausbauschichten sitzen — nicht über die Schaufassade zur Gasse.
Mietwohnung in Lemgo: Wer zahlt, § 535 und § 536 BGB
Ein Wespennest am Gebäude ist ein Mangel der Mietsache. Nach § 535 Abs. 1 BGB schuldet die Vermieterseite den vertragsgemäßen Zustand, die Beseitigung geht daher grundsätzlich zu ihren Lasten. Der Auftrag an einen Schädlingsbekämpfer sollte deshalb von Eigentümer oder Hausverwaltung erteilt werden — bei den vielen aufgeteilten Altbauten in der Lemgoer Innenstadt ist das erfahrungsgemäß der Punkt, an dem es hakt.
Ist die Nutzung spürbar eingeschränkt, etwa weil der Balkon oder der einzige Hofzugang nicht mehr begehbar ist, kann nach § 536 BGB eine Mietminderung in Betracht kommen. Ob und in welcher Höhe, hängt vom Einzelfall ab; das ist eine Rechtsfrage und keine, die wir beantworten. Melden Sie den Mangel schriftlich und setzen Sie eine angemessene Frist — bei akuter Gefahr, etwa bei bekannter Insektengiftallergie, entsprechend kurz.
Warum ein Wespennest im Herbst von allein endet
Ein Wespenvolk lebt genau eine Saison. Ab Oktober sterben Arbeiterinnen und Altkönigin ab, das Nest wird verlassen und im Folgejahr nicht wieder bezogen. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern, einzeln und versteckt, und gründen im Frühjahr an anderer Stelle neu.
Daraus folgt zweierlei für Lemgo: Erstens lohnt sich bei einem Nest, das im September gemeldet wird und niemanden unmittelbar gefährdet, oft das Abwarten. Zweitens ist das leere Nest im Winter der beste Zeitpunkt, die Ursache zu beheben — offene Gefachfugen schließen, Traufkästen nachrüsten, Speicherluken dicht bekommen. Diese Vorbeugung ist in einem Fachwerkhaus deutlich wirksamer als jede Behandlung im August.
Häufige Fragen aus Lemgo
Vier Fragen, die uns hier besonders oft erreichen
Darf in einem Fachwerkhaus in der Lemgoer Altstadt einfach ein Gefach geöffnet werden, um ans Nest zu kommen?
Nein, und wir tun es auch nicht. Im geschützten historischen Kern ist ein Eingriff in Sichtfachwerk eine Frage für die Denkmalbehörde, nicht für den Schädlingsbekämpfer. In den allermeisten Fällen ist das Öffnen auch gar nicht nötig: Wir applizieren am Flugloch, die Tiere tragen das Präparat selbst in den Hohlraum, und die Ausfachung bleibt unberührt. Nur wenn sich zeigt, dass Nestmaterial die Konstruktion durchfeuchtet, sprechen wir mit der Eigentümerseite über einen kontrollierten Zugang — dann aber von der Innenseite her.
Wir mähen im August unsere Streuobstwiese in Lieme — wie erkennen wir vorher ein Erdnest?
Gehen Sie die Fläche an einem warmen Vormittag langsam ab und achten Sie auf Bodenlöcher mit gleichmäßigem An- und Abflug. Erdnester sitzen unter Obstbäumen fast immer in alten Mäusegängen; der Eingang ist oft nur daumengroß und von Gras überwachsen, der Flugbetrieb aber unübersehbar, sobald man zehn Sekunden stehen bleibt.
Was in Lemgoer Obstwiesen die meisten Stiche verursacht, sind Erschütterung und Motorgeräusch. Ein Balkenmäher oder eine Motorsense in wenigen Metern Abstand wird als Angriff gewertet. Markieren Sie den Fundort mit einem Stab, halten Sie fünf Meter Abstand und rufen Sie an, bevor Sie weiterarbeiten.
Am Hochschulcampus sitzen ab September Wespen an Mülltonnen und Außentischen — ist da ein Nest im Gebäude?
Meistens nicht. Ab Spätsommer stellt sich ein Wespenvolk auf Zucker um, und Arbeiterinnen fliegen dafür mehrere hundert Meter. An offenen Abfallstandplätzen und Außengastronomie sammeln sich deshalb Tiere aus verschiedenen Nestern der Umgebung — ein Behandeln vor Ort brächte nichts, weil ständig neue nachkommen.
Sinnvoll ist der umgekehrte Weg: Anflugrichtung über mehrere Beobachtungspunkte zurückverfolgen, das eigentliche Nest lokalisieren und parallel die Standplätze umrüsten — geschlossene Behälter, kürzere Leerungsintervalle, Abstand zu Sitzbereichen. Für Betreiber am Campus und in der Fußgängerzone übernehmen wir diese Ortung als eigenständige Leistung, unabhängig von einer späteren Schädlingsbekämpfung.
In unserem Garten unterhalb von Brake nahe der Bega hängt ein sehr großes Nest im hohlen Apfelbaum — was jetzt?
Ein Volk im hohlen Obstbaum in Ufernähe ist ein starker Hinweis auf Hornissen — Totholz als Baumaterial und Wasser in Reichweite ist genau ihre Kombination, und die Lagen entlang der Bega bieten beides. Bitte behandeln Sie hier nichts selbst und schließen Sie den Baumhohlraum nicht.
Wir kommen zur Erstinspektion, bestimmen die Art und beurteilen den Standort. Bestätigt sich die Hornisse, führt der Weg über eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe, und in vielen Fällen reicht eine Abschirmung des Bereichs bis zum natürlichen Absterben im Herbst. Ist eine Umsiedlung erforderlich, planen wir sie in den frühen Morgenstunden, wenn das Volk vollzählig im Nest ist.
Weiter im Umkreis
Andere Leistungen und Nachbarorte
Sie sind sich bei der Art nicht sicher? Schicken Sie uns ein Foto aus sicherem Abstand über das Kontaktformular — das spart oft schon den ersten Weg.
Notdienst für Lemgo
Wenn ein Nest den einzigen Hauszugang eines Altstadthauses blockiert, wenn Tiere über eine offene Speicherluke in die Wohnräume gelangen oder wenn im Haushalt eine bekannte Insektengiftallergie besteht, warten Sie nicht bis zum nächsten Werktag. Der Notdienst gilt abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen und kostet 129 € zusätzlich zur regulären Leistung.
Kontakt
Anfrage aus Lemgo stellen
Je genauer Sie die Lage beschreiben, desto besser können wir vorher einschätzen, was mitkommen muss — Teleskoplanze, Endoskop oder Steiger.
Einsatzgebiet Lemgo
Altstadt, Neustadt, Brake, Lieme, Hörstmar, Entrup, Leese, Matorf-Kirchheide, Trophagen, Voßheide, Wahmbeck, Welstorf, Lüerdissen und Laubke. Die Anfahrtspauschale von 35 € gilt einheitlich für das gesamte Stadtgebiet und wird bei Beauftragung vollständig verrechnet.