Spenge ist Wasserland. Die Warmenau durchzieht das Stadtgebiet und entwässert es nach Norden zur Else, dazu kommen die für das Ravensberger Hügelland typischen Sieken — schmale, oft bewaldete Kerbtäler, in denen kleine Bäche zwischen den Feldern verlaufen. Genau diese Struktur bestimmt, wo wir in Spenge nach Ratten suchen. Wanderratten folgen Gewässerläufen, weil dort Wasser, Deckung und Nahrung zusammenfallen; von der Uferböschung sind es dann oft nur wenige Meter bis zu Kompost, Hühnerauslauf oder Futtertonne im nächsten Garten. Im Ortskern kommt der zweite Weg dazu: die Kanalisation, in der Ratten unabhängig von der Jahreszeit unterwegs sind und über schadhafte Anschlussleitungen, alte Revisionsschächte und undichte Rückstauklappen bis in Keller und Bodenabläufe gelangen. Wer in Spenge nur oberirdisch bekämpft, arbeitet deshalb regelmäßig gegen Nachschub an — wir prüfen bei Rattenbefall grundsätzlich Grundstücksentwässerung und Uferseite mit.
Der zweite Spenger Schwerpunkt liegt auf den Höfen. In Lenzinghausen, Wallenbrück und Bardüttingdorf steht die klassische Ravensberger Streusiedlung: Einzelhöfe und kleine Hofgruppen weit auseinander, dazwischen Acker, Wiese und Baumreihe. Viele dieser Hofstellen sind Fachwerkbauten mit Ständerwerk, Balkenlage und alten Dachstühlen aus unbehandeltem Eichen- und Nadelholz — sobald wir dort einen Dachraum betreten, gehören Ausfluglöcher und Bohrmehl ins Prüfprogramm. Ebenso häufig ist der Steinmarder, der zwischen Feldgehölz, Nebengebäude und Dachboden pendelt und an bewachsenen Fassaden bequeme Aufstiege findet. Rund um das Naherholungsgebiet Hücker Moor mit Badesee und Campingplatz verschiebt sich das Bild noch einmal: Hier sind Wespen an Freisitzen ein Sommerthema, und Bettwanzen reisen in der Ferienzeit im Gepäck mit, ganz unabhängig von Sauberkeit oder Ausstattung. Und wo Bäckerei, Hofladen, Gaststätte oder Betriebskantine warm produzieren, sitzt die Deutsche Schabe ganzjährig im Trockenen und richtet sich nicht nach der Jahreszeit.