Die Altstadt unter der Sparrenburg. Rund um den Alten Markt und in den Gassen unterhalb des Sparrenbergs steht die Bebauung dicht, Gewölbe und Kellerabschnitte reichen teils unter mehrere Häuser durch. Wo Gastronomie, Wohnraum und Lager übereinanderliegen, findet eine Maus auf wenigen Metern Nahrung, Nistplatz und Rückzugsraum. Ein Betrieb allein bekommt das Problem selten in den Griff, weil die Tiere über gemeinsame Kellergänge und Versorgungsschächte ausweichen. Wir sehen uns in der Altstadt deshalb grundsätzlich die angrenzenden Abschnitte mit an und stimmen den Zeitplan mit den Nachbarnutzern ab.
Der Bielefelder Westen und seine Gründerzeitkeller. In den Quartieren um den Siegfriedplatz stehen Häuser aus der Zeit vor 1914 mit Kellern, die zwei bis drei Meter tief in den Boden reichen. Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, Kohlenrutschen, alte Lichtschächte, Hofdurchgänge — und über die Jahrzehnte dutzende nachträgliche Durchbrüche für Gas, Wasser, Fernwärme und Glasfaser. Jede dieser Durchführungen ist eine mögliche Eintrittsstelle, wenn sie nur mit Bauschaum verfüllt wurde. Bauschaum nagen Mäuse in wenigen Nächten auf. Für die Behandlung heißt das: Der Ortstermin führt zuerst in den Keller und an die Hofseite, nicht in die Küche.
Universität und ein Wohnungsmarkt in Bewegung. Mit der Universität Bielefeld und der Hochschullandschaft am Campus lebt ein großer Teil der Stadt in Wohngemeinschaften, viele davon in den Altbauten von Mitte und Westen. Zum Semesterwechsel ziehen ganze Zimmer um: Kartons stehen tagelang im Hausflur, Sperrmüll und Restvorräte landen im Hof, Küchen werden geräumt und neu bestückt. Das schafft für einige Wochen ein Nahrungsangebot, das Mäuse zuverlässig annehmen. Hinzu kommt, dass sich in wechselnden WG-Konstellationen niemand zuständig fühlt — der Befall wird oft erst gemeldet, wenn er sich über zwei, drei Etagen verteilt hat. Bei WG-Objekten planen wir deshalb von vornherein einen Termin ein, zu dem alle Parteien Zugang gewähren können, meist am frühen Abend.
Hanglagen am Teutoburger Wald. Vom Johannisberg über Gadderbaum bis zum Waldrand in Quelle liegen viele Häuser am Hang. Erdanschüttungen reichen dort häufig bis dicht unter die Kellerfenster, Souterrainwohnungen haben erdberührte Wände auf ganzer Länge, und Drainage- wie Lichtschächte liegen im Laub. Für Mäuse ist das ein kurzer Weg von der Waldkante ins Gebäude. Bei Objekten in Hanglage nehmen wir die bergseitige Fassade gesondert auf: Lichtschächte, Kellertüren, Kellerabgänge und die Übergänge zwischen Terrasse und Fundament. Nach oben hin, Richtung Dachboden, prüfen wir zusätzlich, ob dort nicht ein geschützter Bilch statt einer Maus unterwegs ist — am Waldrand kommt das vor.
Der Ostwestfalendamm als Zäsur. Die Schnellstraße trennt die Innenstadt vom Süden der Stadt und zieht sich mit Trögen, Böschungen und begleitenden Grünstreifen quer durch bebautes Gebiet. Diese Randstreifen sind ruhig, selten betreten und dicht bewachsen — für Nager ein durchgehender Wanderkorridor mit Deckung. Grundstücke unmittelbar an den Böschungen bekommen den Zuzug von dort spürbar früher als Lagen im Blockinneren. Liegt ein Objekt am Damm, gehört die Grundstücksgrenze deshalb zur Inspektion dazu, nicht nur das Gebäude.
Sandböden in der Senne. Im Süden Bielefelds, in Senne und Sennestadt, steht die Bebauung auf den durchlässigen Sanden der Sennelandschaft, durchzogen von Kiefernbestand und kleinen Fließgewässern. Sandiger Untergrund lässt sich leicht untergraben: Nagerbaue verlaufen dort dicht unter der Oberfläche und enden gern an Fundamenten, Terrassenplatten, Schuppen und Gartenhäusern. Rein innen aufgestellte Bekämpfungsmittel greifen zu kurz, wenn die Population draußen im Boden sitzt. In Senne arbeiten wir deshalb regelmäßig mit gesicherten Stationen im Außenbereich und legen einen Schwerpunkt auf Nebengebäude, Kompostecken und Futterlager für Kleintiere.
Feldrandlagen im Norden. Jöllenbeck, Dornberg und Teile von Heepen grenzen unmittelbar an landwirtschaftlich genutzte Flächen. Nach der Ernte verliert die Feldmaus Deckung und Nahrung gleichzeitig; die erste kalte Woche im Herbst löst dann die Zuwanderung in Ställe, Scheunen, Garagen und Wohnhäuser aus. Für diese Lagen ist der Zeitpunkt entscheidend: Wer im September prüft und abdichtet, spart sich die Schädlingsbekämpfung im November. Bei landwirtschaftlichen und gemischt genutzten Objekten sehen wir uns Futterlager, Strohlager und die Übergänge zwischen Stall und Wohnteil gemeinsam an.