Minden hat rund 85.000 Einwohner, ist Kreisstadt des Kreises Minden-Lübbecke und blickt auf mehr als 1.200 Jahre Geschichte zurück. Im historischen Stadtkern stehen etwa 400 Baudenkmäler; in der Oberen Altstadt, im Schnurrviertel und in der Fischerstadt direkt an der Weser reihen sich Fachwerkhäuser aneinander. Genau diese Bauweise ist für Mäuse ideal: Gefache, Balkenlagen, Holzbalkendecken und nachträglich gezogene Installationsschächte bilden ein zusammenhängendes Hohlraumsystem, in dem sich Tiere über mehrere Etagen und teilweise über Wohnungsgrenzen hinweg bewegen. Ein Spalt von sechs bis sieben Millimetern genügt einer ausgewachsenen Hausmaus, um hindurchzukommen — das ist weniger als die Fuge unter einer alten Kellertür.
Dazu kommt die Lage. Die Weser durchfließt das Stadtgebiet, der Mittellandkanal quert sie seit 1914 auf einer rund 341 Meter langen Kanalbrücke, eine Schachtschleuse überwindet die etwa 13 Meter Höhenunterschied — das Wasserstraßenkreuz mit seinen Häfen, Umschlagflächen, Silos und Böschungen liefert Deckung und Futter. Und rund um die Stadt liegt der Mühlenkreis mit großen Getreide- und Maisflächen. Nach der Ernte und mit den ersten kalten Nächten im Oktober wandern Feld- und Waldmäuse aus der Feldflur in Gebäude ein; in den ländlicher geprägten Ortsteilen wie Todtenhausen oder Häverstädt ist der Herbst deshalb die Hauptsaison. In dichter bebauten Lagen wie Bärenkämpen oder Dützen sind es eher die Hausmaus und die durchgehende Ganzjahresvermehrung im beheizten Gebäude.