Kalletal liegt im Norden des Kreises Lippe und wirbt selbst damit, „in Lippe ganz oben“ zu sein. Auf gut 112 Quadratkilometern leben rund 16.000 Menschen, verteilt auf 26 Ortsteile — darunter Hohenhausen als Verwaltungssitz, dazu Langenholzhausen, Kalldorf, Talle, Lüdenhausen, Heidelbeck, Bavenhausen, Erder, Varenholz, Stemmen, Bentorf, Asendorf, Osterhagen und ein gutes Dutzend weiterer Dörfer und Bauerschaften. Die Gemeinde in ihrer heutigen Form entstand 1969 bei der kommunalen Neugliederung. Namensgeberin ist die Kalle, die aus Wester- und Osterkalle zusammenfließt und in die Weser mündet; der Fluss selbst bildet im Nordosten die Gemeindegrenze. Zum Ortsbild gehören Schloss Varenholz aus dem 16. Jahrhundert als typischer Bau der Weserrenaissance und das Märchendorf Talle, das 1221 erstmals urkundlich erwähnt wurde und heute mit Märchenfiguren im Straßenbild bekannt ist.
Für unsere Arbeit ergibt sich daraus eine sehr ländliche Ausgangslage. Geschlossene Blockrandbebauung gibt es hier praktisch nicht; stattdessen prägen Hofstellen, Bauernhäuser mit Wirtschaftsteil, Reitbetriebe und Einzellagen am Waldrand das Bild. Schädlinge wandern deshalb fast immer von außen ein — über die Feldflur, den Wirtschaftsweg, den Uferstreifen —, nicht über die Nachbarwohnung. Alte Bausubstanz mit Gefachen, Balkendecken und ungedämmten Dachböden liefert Mäusen ein durchgehendes Hohlraumnetz und Holzschädlingen trockenes, jahrzehntelang ungestörtes Bauholz. Entlang von Kalle, Weser und den vielen kleinen Zuflüssen verlaufen die Rattenwege nicht über ein großes Kanalnetz, sondern über Uferbewuchs, Grabenverrohrungen, Silo- und Futterlager. Weil die Höhenlagen über dem Tal deutlich früher auskühlen als die Weserniederung, beginnt der Zuzug der Nager in die Gebäude oft schon Ende August. In Gasthäusern mit lippischer Küche, Bäckereien, Ferienwohnungen und rund um den Badesee mit Wasserskianlage kommen Schaben und Bettwanzen als eigenes Thema dazu — dort zählt eine sauber dokumentierte Bearbeitung.