Rund 25.000 Menschen leben in Espelkamp, verteilt auf gut 84 Quadratkilometer. Das ist viel Fläche für vergleichsweise wenig Einwohner — und genau das prägt die Arbeit hier. Die Kernstadt wurde nach 1945 auf dem bewaldeten Gelände einer früheren Heeresmunitionsanstalt planmäßig als Wohnstadt für Flüchtlinge und Vertriebene aufgebaut, 1959 folgten die Stadtrechte. Geblieben sind der hohe Waldanteil zwischen den Quartieren, weitläufige Grünflächen und eine Bausubstanz aus wenigen Jahrzehnten. Für die Schädlingsbekämpfung heißt das: Wer eine Schwachstelle an einem Haustyp kennt — den Holz-Rollladenkasten, den offenen Traufspalt am flach geneigten Dach, den Kellerlichtschacht ohne Abdeckung —, kennt sie im halben Quartier. Gleichzeitig reicht das Grün bis an die Grundstücke heran, sodass Marder über Astkontakt aufs Dach kommen und Wespenköniginnen im Frühjahr kurze Wege zu geschützten Hohlräumen haben.
Wirtschaftlich ist Espelkamp ein Industriestandort geblieben: Unternehmen wie die Gauselmann Gruppe und die Harting Technologiegruppe haben hier ihren Sitz, dazu kommen Zulieferer aus Metall- und Kunststoffverarbeitung, Logistikflächen, Werkskantinen, Lebensmittelhandel und Gastronomie. In solchen Objekten geht es selten um ein einzelnes Tier, sondern um Küchenzeilen, Sozialräume, Umkleiden, Warenannahmen und Lagerflächen — Bereiche, in denen Schaben und Vorratsschädlinge unauffällig Fuß fassen und in denen jede Maßnahme prüffähig dokumentiert gehören muss. Ganz anders die Bauernschaften: Dort arbeiten wir an Fachwerk und Ständerwerk, an Scheunentoren mit ausgetretenen Schwellen, an Futtersilos und Balkenlagen. Beide Welten liegen in Espelkamp keine zehn Minuten auseinander, verlangen aber unterschiedliche Verfahren — und diesen Unterschied klären wir bei der Erstinspektion, nicht erst auf der Rechnung.