Petershagen liegt im äußersten Norden des Kreises Minden-Lübbecke an der Weser und an der Ösper und zählt rund 25.000 Einwohner. Entstanden ist die Stadt 1973 aus dem Zusammenschluss der früheren Ämter Petershagen und Windheim zu Lahde; seither gehören 29 Ortsteile dazu — unter anderem Bierde, Döhren, Eldagsen, Friedewalde, Frille, Heimsen, Ilse, Lahde, Maaslingen, Meßlingen, Neuenknick, Ovenstädt, Quetzen, Schlüsselburg, Wasserstraße, Wietersheim und Windheim. Mit gut 210 Quadratkilometern ist Petershagen die flächengrößte Stadt des Kreises, bei einer Einwohnerdichte von nur rund 120 Menschen je Quadratkilometer: Von Süd nach Nord misst das Stadtgebiet etwa 23, von West nach Ost etwa 21 Kilometer. Der höchste Punkt, der Lusebrink bei Neuenknick, erreicht 79,1 Meter, der tiefste liegt mit 27 Metern an der Weser bei Wasserstraße — flacher geht es in Ostwestfalen kaum. Die Kernstadt und Lahde liegen einander am Fluss gegenüber. Auf dem rechten Ufer steht das Schloss Petershagen, ab 1306 als Wasserburg angelegt und später im Stil der Weserrenaissance umgebaut, dazu die Petrikirche, das Alte Amtsgericht mit dem früheren Gefängnis, das einstige Fischerviertel und die Alte Synagoge als Dokumentationszentrum. Am Uferhang südlich der Altstadt steht die Windmühle Büsching; die Stadt liegt an der Westfälischen Mühlenstraße, die im Mühlenkreis über 40 Wind-, Wasser- und Rossmühlen verbindet. In Schlüsselburg hat sich ein Scheunenviertel mit 26 Fachwerkscheunen erhalten, von denen einige aus dem 17. Jahrhundert stammen; in Heimsen erinnert das Heringsfängermuseum in restaurierten Fachwerkhäusern an die Hollandgänger, in Ilse sind 13 historische Webstühle erhalten und wieder in Betrieb, der älteste von 1796. Größter industrieller Standort ist das Kraftwerk Heyden in Lahde. Zwischen Schlüsselburg und der Kernstadt zieht sich das EU-Vogelschutzgebiet Weseraue über rund 27 Quadratkilometer am Fluss entlang.
Für die Schädlingsbekämpfung ergibt sich daraus ein Bild, das man in dieser Form sonst kaum antrifft. Zuerst der Fluss: Die Weser mäandriert stark durch das Stadtgebiet und hinterlässt Altarme, Kolke, Auwald und ein dichtes Netz aus Entwässerungsgräben, dazu die Ösper und zahlreiche Zuläufe. Für Wanderratten ist das ein durchgehendes Wegenetz mit Wasser, Deckung und Nahrung; ans Gebäude kommen sie über Lichtschächte, undichte Rohranschlüsse und die Ortskanalisation in den dichteren Lagen von Kernstadt, Lahde und Windheim. Zweitens die Bausubstanz: Fachwerk mit Gefachen, Balkenlagen und Hohlräumen bietet Mäusen durchgehende Laufwege durch das ganze Haus, und ungeschütztes, verbautes Nadelholz in Scheunen, Dachstühlen und Mühlengebäuden gehört regelmäßig auf Hausbock und Nagekäfer geprüft — gerade dort, wo Dachräume selten betreten werden. Drittens die Fläche: Wenn 70 Prozent des Stadtgebiets Acker und Grünland sind, endet kein Ortsteil an einer Straße, sondern an der Feldflur. Auf Höfen in Friedewalde, Frille, Ovenstädt oder Windheim sind Mäuse ein Dauerthema, das mit jeder Ernte neu aufflammt, und Marder finden über Bäume, offene Traufen und alte Dachanschlüsse mühelos in Spitzböden und Scheunen. Viertens die Betriebe: In Gastronomie, Bäckereien, Beherbergung und den Kantinen- und Sozialbereichen der größeren Arbeitgeber geht es um Schaben — dort zählt eine lückenlos dokumentierte Bekämpfung mehr als Tempo allein.