Friedrichsdorf ist eine Gründung am Reißbrett: Am 9. Februar 1786 ließ der Osnabrücker Fürstbischof Friedrich August die Kolonie in der damaligen Großen Heide anlegen, benannt nach ihm selbst. Geplant waren hundert Häuser, doch zehn Jahre später standen erst einundsechzig bewohnte Stellen; erst im 19. Jahrhundert wuchs der Ort spürbar und zählte 1910 gut 516 Einwohner. Am 1. Januar 1970 wurde Friedrichsdorf nach Gütersloh eingemeindet. Heute leben hier rund 1.578 Menschen auf lediglich 94 Hektar — ein winziger Zuschnitt am Ostrand der Westfälischen Bucht, südwestlich des Teutoburger Waldes auf etwa hundert Metern Höhe. Im Norden und Nordosten grenzen die Bielefelder Ortsteile Senne, Ummeln und Brackwede an, nach Süden und Westen schließen die Gütersloher Stadtteile Avenwedde und Isselhorst an.
Für die Schädlingsbekämpfung ist genau dieser Zuschnitt entscheidend. Auf kleiner Fläche steht viel Bausubstanz dicht beieinander: Kolonistenstellen aus der Gründungszeit, Wohnhäuser aus der Zeit der Möbelindustrie — der Hersteller Flötotto prägte den Ort über Jahrzehnte wirtschaftlich —, dazu neuere Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Zwei Kirchen setzen die Marken: die katholische St.-Friedrich-Kirche von 1863 bis 1866, einer der frühesten neugotischen Kirchenbauten in Westfalen, und die 1878 geweihte evangelische Johanneskirche. Alte Keller, Balkenlagen und nachträglich verlegte Leitungen bieten Nagern Wege, die man nur beim genauen Hinsehen findet. Gleichzeitig liegt der Ort am Heiderand mit sandigen Böden und Kiefernbeständen, und seit Dezember 2012 führt die A33 mit der Anschlussstelle Bielefeld-Senne/Gütersloh-Friedrichsdorf direkt vorbei. Wohnen, Gewerbe, Schule und offene Fläche auf engstem Raum — deshalb gehen wir hier fast immer zuerst die Gebäudehülle und die Nachbarwände ab und sprechen erst danach über Bekämpfungsmittel.