Isselhorst ist der älteste urkundlich belegte Stadtteil Güterslohs — erstmals erwähnt um 1050 — und liegt im Nordosten der Stadt an der Grenze zu Bielefeld. Eingemeindet wurde der bis dahin selbständige Ort zum 1. Januar 1970. Der Stadtteil selbst umfasst 6,76 Quadratkilometer mit rund 4.980 Einwohnern; rechnet man das historische Kirchspiel mit den Bauerschaften Niehorst, Ebbesloh und Hollen hinzu, sind es 23,42 Quadratkilometer und gut 6.100 Menschen. Anders gesagt: Auf 21 Prozent der Gütersloher Stadtfläche wohnen 6 Prozent der Gütersloher. Der Ort ist als Straßendorf entlang der Haller Straße gewachsen statt um einen kompakten Kern, und kein Gebäude überragt drei Geschosse. Rund 72 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.
Für die Schädlingsbekämpfung ergibt sich daraus ein völlig anderes Bild als in der Gütersloher Innenstadt. Statt verbundener Mehrfamilienhäuser und Großküchen prägen Hofstellen, Ställe, Futterlager, Gärten und offene Feldflur das Einsatzgeschehen — also Mäuse, Ratten, Wespen, Ameisen und Marder statt Schaben in Serie. Dazu kommt die Bausubstanz: Die Holtkämperei von etwa 1623 gilt als ältestes Wohnhaus, das Gasthaus zur Linde trägt die Jahreszahl 1677, und rund um die evangelische Kirche stehen weitere Fachwerkbauten. Solche Gebäude haben Natursteinkeller, sichtbare Balkenlagen und über Jahrhunderte nachgerüstete Leitungsdurchführungen — Einschlupfwege, die man nur beim genauen Hinsehen findet, und zugleich der Grund, warum Holzschädlinge hier ein echtes Thema sind. Wo Häuser direkt an Wiese, Acker oder Bachlauf grenzen, kommen die Tiere zudem nicht aus dem Kanal, sondern von außen über die Fläche. Deshalb gehen wir hier fast immer zuerst die Gebäudehülle ab und sprechen erst danach über Bekämpfungsmittel.