Herzebrock-Clarholz liegt im Südwesten des Kreises Gütersloh dort, wo Ostwestfalen ins Münsterland übergeht; rund 16.400 Menschen leben hier. Die Gemeinde ist jung, ihre beiden Hälften sind es nicht: Zum 1. Januar 1970 wurden die bis dahin eigenständigen Orte Herzebrock und Clarholz zusammengelegt, den heutigen Doppelnamen trägt die Kommune seit 1985. Beide Ortskerne sind um ein Kloster herum gewachsen. Herzebrock wird bereits 860 mit der Gründung eines Kanonissenstifts genannt, das 1209 in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt wurde; Clarholz geht auf ein 1133 gegründetes Prämonstratenserstift zurück, das als Doppelkloster am alten Fernweg zwischen Münster und Paderborn lag. Aus dieser Zeit stehen bis heute die barocke Propstei und die Zehntscheune von 1759, in der einst die Naturalabgaben der umliegenden Höfe gelagert wurden. Rund um die beiden Kerne verteilen sich zwölf Bauerschaften — Quenhorn, Groppel, Bredeck, Brock, Bosfeld, Pixel, Möhler, Heerde, Sundern, Samtholz, Holzhof und Oelkerort. Durch Herzebrock fließt die Ems, entlang derer der Emsradweg verläuft. Wirtschaftlich ist die Gemeinde für ihre Größe ungewöhnlich stark: Auf gut 16.000 Einwohner kommen über 6.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Aus dem Tischlerhandwerk ist ab den 1920er-Jahren eine breite Möbelindustrie entstanden; dazu kommen Fleischverarbeitung, Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Betriebe der Schraub-, Umwelt- und Arbeitsschutztechnik.
Für die Schädlingsbekämpfung ergibt sich daraus eine ziemlich eigene Mischung. Der Wohnbestand ist überwiegend niedrig und locker gebaut, mit Garagen, Schuppen und Holzstapeln direkt am Haus — für Wespen, Ameisen und Mäuse ist das ein kurzer Weg nach drinnen. Der industrielle Teil verlangt dagegen eine ganz andere Arbeitsweise: Wo Möbel und Polsterware gefertigt werden, liegen große Mengen Holz, Späne, Schaumstoff und Verpackungsmaterial in Hallen, in denen es nachts ruhig und warm ist — ideale Verhältnisse für Nagetiere, und bei feuchtem oder ungeschütztem Lagerholz auch ein Thema für Holzschädlinge. Wo Fleisch und Lebensmittel verarbeitet werden, gelten die schärfsten Anforderungen überhaupt: Hier zählen Monitoringpunkte, Rückverfolgbarkeit und eine prüffähige Dokumentation genauso viel wie das Ergebnis selbst, und Schaben sind das Thema, das den größten Schaden anrichtet. Draußen in den Bauerschaften bestimmt die Landwirtschaft das Bild: Silos, Futterlager, Maschinenhallen und offene Toranlagen, dazu ein Netz aus Gräben, Verrohrungen und Emsnebenläufen, auf dem sich Wanderratten zuverlässig bewegen. Und an den beiden Klosteranlagen sowie in den alten Hofgebäuden geht es um den Dachraum: hohe, teils jahrhundertealte Dachstühle, in denen Marder, Tauben und Holzzerstörer über Jahre unbemerkt arbeiten können.