Steinhagen liegt im Norden des Kreises Gütersloh am Südhang des Teutoburger Waldes, dessen Kamm das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten durchzieht; südlich davon geht das Gelände in die flache Emssandebene über. Mit rund 21.000 Einwohnern ist Steinhagen die einwohnerstärkste Gemeinde des Kreises. Zum 1. Januar 1973 wurden die drei früher selbstständigen Gemeinden Steinhagen, Amshausen und Brockhagen aus dem Amt Halle sowie Teile von Hoberge-Uerentrup zur heutigen Gemeinde zusammengeführt. Alle drei gehen auf Hagensiedlungen des 12. und 13. Jahrhunderts zurück — Steinhagen selbst taucht 1258 erstmals als „Hagen“ in einer Paderborner Urkunde auf. Weit über die Region hinaus bekannt ist der Ort durch den Wacholderbrand Steinhäger, der seine Herkunftsbezeichnung ausschließlich hier führen darf. Wirtschaftlich ist die Gemeinde ungewöhnlich stark aufgestellt: über 1.500 gemeldete Gewerbebetriebe und rund 8.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Über den Kamm führt der Hermannsweg, unten verbinden die Autobahn 33 und die Bahnstrecke des Haller Willem den Ort mit Bielefeld und Halle.
Für unsere Arbeit ergibt sich daraus eine Mischung, die man im Kreis so kein zweites Mal findet. Der Hangfuß bringt Wasser mit: Quellhorizonte am Übergang vom Waldrand zur Siedlung, Bäche, die nach Süden in die Ebene laufen, dazu Gräben, Verrohrungen und die Ortskanalisation. Wo dieses Netz an feuchte Keller, Lichtschächte und Außentreppen stößt, kommen Wanderratten am Gebäude an. In der sandigen Ebene ist der Boden leicht zu durchgraben — das begünstigt Nagerbaue an Böschungen ebenso wie Ameisennester unter Pflaster, Terrassenplatten und Garageneinfahrten. Die alten Hofstellen und Fachwerkbauten der Hagensiedlungen liefern das zweite Bild: durchgehende Hohlräume zwischen den Geschossen, offen liegendes Gebälk im Dachraum und große Öffnungen an Scheunen und Wirtschaftsgebäuden, über die Marder, Tauben und Holzzerstörer hineinfinden. Und weil in Steinhagen auf verhältnismäßig wenig Fläche sehr viele Betriebe arbeiten — Brennereien und Getränkelager, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Logistik, Kantinen, Bäckereien und Gastronomie — ist die dritte Baustelle die gewerbliche: Schaben in Sozial-, Umkleide- und Küchenbereichen, Nager an Warenannahme und Rolltor, und bei alldem eine Dokumentation, die einer Prüfung standhält.