Hiddenhausen hat keinen historischen Marktplatz, um den herum alles gewachsen wäre. Die Gemeinde entstand 1969 aus sechs eigenständigen Gemeinden — Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen, Oetinghausen, Schweicheln-Bermbeck und Sundern —, und jede davon hat bis heute ihre eigene Mitte behalten. Bebaut ist vor allem entlang der Straßen: lange Zeilen aus Reihenhäusern, Doppelhaushälften und freistehenden Einfamilienhäusern, dazwischen immer wieder Acker und Weide. Für die Schädlingsbekämpfung verschiebt das den Blick weg vom einzelnen Gebäude. Reihenhauszeilen aus den Nachkriegsjahrzehnten haben in aller Regel einen durchgehenden Dachraum über allen Einheiten, eine gemeinsame Traufe und dieselbe Bauart der Sockel- und Rohrdurchführungen. Ein Steinmarder, der am Ende der Zeile einsteigt, poltert drei Häuser weiter über der Schlafzimmerdecke; Mäuse nehmen den gleichen Weg. Wir sehen uns deshalb bei einem Reihen- oder Doppelhaus grundsätzlich die angrenzenden Einheiten mit an und stimmen das Vorgehen mit den Nachbarn ab — eine Einzelmaßnahme mitten in der Zeile hält sonst selten lange.
Der zweite Punkt ist das Alter des Wohnbestands. Ein erheblicher Teil der Häuser in Hiddenhausen stammt aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, und die Gemeinde wirbt seit Jahren gezielt darum, dass junge Familien diese Bestandshäuser kaufen und modernisieren, statt neu zu bauen. Für uns hat das zwei Seiten. Eine fertige Sanierung schließt Zugänge dauerhaft: neue Dachanschlüsse, dichte Traufkästen, saubere Durchführungen. Die Bauphase dagegen öffnet alles auf einmal — Dachpfannen liegen ab, Dämmung ist offen, Kellerfenster stehen wochenlang gekippt. Und wo neue Dämmung auf einen alten Dachstuhl kommt, verschwindet das Holz für Jahrzehnte hinter Verkleidung; Ausfluglöcher, Nagespuren und Bohrmehl an Sparren und Balken gehören deshalb geprüft, bevor zugemacht wird. Rund um die Ortsteile bleibt es zugleich landwirtschaftlich: Höfe mit Futterlager in Oetinghausen und Sundern, Grünland und Feldhecken, dazu die Teiche und Feuchtflächen am Gut Bustedt, wo der Kreis Herford seine Biologische Station betreibt. Wo Wasser, Deckung und Futter dicht beieinanderliegen, sind Ratten und Marder nie weit. Entlang der B 239 kommen Bäckereien, Metzgereien, Gaststätten und Betriebskantinen dazu — beheizte Küchen, in denen die Deutsche Schabe unabhängig von der Jahreszeit überlebt.