Rietberg liegt im Süden des Kreises Gütersloh dort, wo Ostwestfalen in die flache Emssandebene des Ostmünsterlandes übergeht; rund 30.000 Menschen leben hier. Seit der kommunalen Neugliederung von 1970 besteht die Stadt aus sieben gleichberechtigten Ortsteilen: der Kernstadt Rietberg mit gut 10.000 Einwohnern, dazu Mastholte, Neuenkirchen, Varensell, Westerwiehe, Bokel und Druffel. Der historische Stadtkern geht auf die alte Residenz der Grafschaft Rietberg zurück und ist bis heute erstaunlich geschlossen erhalten — viele sorgfältig instand gesetzte Fachwerkhäuser stehen unter Denkmalschutz und haben der Stadt den Beinamen „Stadt der schönen Giebel" eingetragen. Prägend sind außerdem das Franziskanerkloster am Rand des Kerns und die Benediktinerinnenabtei in Varensell mit ihren großen Wirtschaftsgebäuden. Das zweite Gesicht Rietbergs ist das Wasser: Die Ems fließt unmittelbar am Altstadtrand vorbei, dazu kommen der Ölbach, Gräben, kleine Seen und die Rietberger Emsniederung mit den bekannten Fischteichen. Für die Landesgartenschau 2008 wurde daraus der Gartenschaupark angelegt, der sich über etwa 3,5 Kilometer von der Johanneskapelle im Süden bis nach Neuenkirchen zieht. Wirtschaftlich stehen Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk nebeneinander — Spargel, Gemüse, Käse und eine eigene Kaffeerösterei —, ergänzt um Metall-, Kunststoff- und Möbelbetriebe in den Gewerbegebieten sowie Gastronomie und Beherbergung rund um Altstadt, Park und Emsradweg.
Für die Schädlingsbekämpfung ergibt sich daraus ein Bild, das sich innerhalb weniger Kilometer stark ändert. Im Kern zählt die Bausubstanz: Fachwerk bedeutet Gefache, Balkenköpfe, Hohlräume zwischen Innenschale und Außenwand und Dachräume, die über Jahrhunderte gewachsen sind. Dort geht es um Holzschädlinge im Gebälk, um Marder und Tauben unter alten Ziegeln und um Wespennester, die in einer Fuge sitzen, an die man von außen kaum herankommt. Hinzu kommt die dichte Gastronomie: Küchen, Kühl- und Lagerräume liegen in engen Altbauten oft im Keller oder im Anbau, und genau solche warmen, verwinkelten Bereiche sind der klassische Ort für Schaben. In den Wohngebieten der Ortsteile dominiert dagegen die Nachkriegs- und Neubaubebauung mit Terrassen, Pflasterflächen und Gartenhäusern — auf dem sandigen Untergrund unterhöhlen Wegameisen Platten und Sockelbereiche besonders leicht, und Wespen bauen in den hinterlüfteten Fassaden. Draußen, in Druffel, Bokel und Westerwiehe, bestimmen Höfe, Futterlager und Maschinenhallen das Geschehen: Sobald die Flächen abgeerntet sind, verlieren Mäuse Deckung und Nahrung auf einmal und rücken an die Gebäude vor. Und überall dort, wo Betten häufig wechseln — Ferienwohnungen am Emsradweg, Pensionen, Monteurzimmer bei den Gewerbebetrieben —, ist die Bettwanze das Thema, das am schnellsten teuer wird, wenn es zu spät auffällt.