Schieder-Schwalenberg liegt im Südosten des Kreises Lippe, dort wo der Teutoburger Wald ins Weserbergland übergeht. Gut 8.000 Menschen leben in acht Ortsteilen, die 1970 zu einer Stadt zusammengelegt wurden: Schieder, Schwalenberg, Brakelsiek, Lothe, Ruensiek, Siekholz, Wöbbel und Kreienberg. Der Ort hat damit zwei sehr unterschiedliche Zentren. Schieder liegt unten im Tal der Emmer, mit barockem Schloss, weitläufigem Schlosspark und dem Schiedersee — einem Stausee, der ab den späten 1970er Jahren im Emmertal angelegt wurde, Hochwasser zurückhält und heute das Naherholungsgebiet der Stadt ist. Schwalenberg liegt gut hundert Höhenmeter darüber auf dem Bergrücken: eine kleine, geschlossene Fachwerkaltstadt mit einem Rathaus, dessen Kern aus dem Jahr 1579 stammt, überragt von der Burg. Anfang des vergangenen Jahrhunderts zogen Landschaft und Licht Maler hierher, seither trägt der Ort den Beinamen Malerstadt; die Städtische Galerie hält das bis heute wach. Wirtschaftlich prägte über Jahrzehnte die Möbelherstellung das Bild, daneben Landwirtschaft in Brakelsiek, Lothe, Wöbbel und Siekholz sowie ein spürbarer Tourismus mit Ferienwohnungen, Gasthäusern und vielen Gästen aus den Niederlanden und aus Dänemark.
Für die Schädlingsbekämpfung entstehen daraus drei recht klar getrennte Lagen. Im Tal bestimmt das Wasser den Takt: Emmer, Stauwehr, Zuläufe und die Gräben in den Auen bilden ein durchgehendes Wegenetz, an dem Wanderratten entlangziehen, bevor sie über Regenwassereinläufe, Kellerlichtschächte und alte Revisionsschächte an die Häuser gehen. Uferbewuchs und die Rastplätze am See liefern ihnen zusätzlich Nahrung. Oben in Schwalenberg dagegen zählt die Bausubstanz: Gefache, Schwellenhölzer, offene Balkenlagen und Dachanschlüsse, die über Jahrhunderte gewachsen sind — bequeme Wege für Hausmäuse, ruhige Rückzugsräume für Wespenvölker und, bei feuchtem Gebälk, ein Thema für holzzerstörende Insekten. Die dritte Lage ist die des Gastgewerbes: In Ferienwohnungen, Gasthäusern und Pensionen wechseln die Gäste wöchentlich, und mit ihnen reisen Bettwanzen mit — hier bringt frühes Handeln mehr als jede Nachbehandlung. Dazu kommen die Höfe und Waldränder der Dorf-Ortsteile, wo Marder, Waldmäuse und Ratten von Futterlager, Feldflur und Schwalenberger Wald ans Gebäude drücken, und die großen Hallen aus der Möbel-Ära, in denen ein dauerhaftes Nagermonitoring an den Toren mehr bringt als einzelne Aktionen.