Stemwede ist eine Flächengemeinde im Norden des Kreises Minden-Lübbecke und entstand 1973 aus dreizehn selbstständigen Gemeinden der früheren Ämter Levern und Dielingen-Wehdem. Verwaltungstechnisch gliedert sie sich seither in drei Ortschaften: Levern mit Levern, Sundern, Niedermehnen, Destel und Twiehausen; Dielingen mit Dielingen, Drohne, Haldem und Arrenkamp; Wehdem mit Wehdem, Westrup, Oppendorf und Oppenwehe. Levern gilt als Hauptort. Bei rund 13.000 Einwohnern auf über 150 Quadratkilometern kommen etwa achtzig Menschen auf den Quadratkilometer — das ist die geringste Bevölkerungsdichte im gesamten Kreis und einer der niedrigsten Werte in ganz Nordrhein-Westfalen. Namensgebend und landschaftsprägend ist der Stemweder Berg: ein bewaldeter Höhenzug von 181,4 Metern, der als nördlichstes und kleinstes Mittelgebirge Deutschlands gilt und zugleich die letzte Erhebung vor der Norddeutschen Tiefebene bildet. Nordöstlich davon liegt das Oppenweher Moor, ein Hochmoor der Diepholzer Moorniederung, das auf gut 215 Hektar unter Schutz steht. Entwässert wird die Gemeinde über ein dichtes Grabennetz, das unter anderem über den Großen Dieckfluss zur Großen Aue hin abfließt. Historisch reicht die Ersterwähnung von Levern, Destel und Wehdem bis ins Jahr 969 zurück; das 1227 in Levern gegründete Zisterzienserkloster prägte über Jahrhunderte auch Dielingen, Haldem, Wehdem und Oppenwehe. Kirche, Fachwerk und Mühle sind bis heute das Bild, mit dem sich die Gemeinde selbst zeigt.
Für die Schädlingsbekämpfung ergeben sich daraus drei sehr unterschiedliche Lagen. Am Stemweder Berg reicht der Wald in Dielingen, Haldem und Arrenkamp bis an die Grundstücksgrenzen: Von dort kommen Steinmarder über Äste und Traufkästen auf Spitzböden und in Zwischendecken, dort sitzen windgeschützte Wespen- und Hornissennester in Verschalungen und Rollladenkästen, und dort steht in den alten Hofstellen viel ungeschütztes Bauholz, das von Zeit zu Zeit auf Hausbock und Nagekäfer angesehen gehört. Im Norden, an der Moorkante bei Oppenwehe und Oppendorf, sorgen Moorgräben, Vorfluter und die Entwässerung zur Großen Aue für ein ganzjährig feuchtes, durchgehend begehbares Wegenetz — die typische Anlaufstrecke der Wanderratte, die über Verrohrungen, Lichtschächte und schadhafte Rohranschlüsse an grundwassernahe Keller gelangt. Und dazwischen liegt die offene Feldflur mit ihren Einzelhöfen: In Levern, Sundern, Niedermehnen, Destel, Twiehausen und Westrup sind Mäuse in Scheune, Futtertenne und Lager ein jährlich wiederkehrendes Thema, das mit dem Drusch beginnt. Wo Landgasthöfe, Bäckereien, Hofläden, Kantinen und lebensmittelverarbeitende Betriebe arbeiten, kommen Schaben hinzu — und in Gästezimmern und Ferienwohnungen, die vom Wander- und Radverkehr rund um Berg und Moor leben, gehören Bettwanzen zum Belegungswechsel dazu. Dort zählt eine lückenlos dokumentierte Bekämpfung mehr als jede schnelle Aktion.