Bad Salzuflen ist mit über 56.000 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Lippe und verteilt sich auf rund 100 Quadratkilometer und zwölf Ortsteile — von der Kernstadt über Schötmar und Werl-Aspe bis nach Holzhausen und Wüsten. Die Stadt liegt am östlichen Rand der Ravensberger Mulde, dort wo Salze und Bega in die Werre münden. Zwischen dem tiefsten Punkt an der Werre auf 67 Metern und dem Boberg auf 266 Metern liegt eine kleinteilige Mischung aus bebautem Gebiet, Grünzügen, Bachläufen, Gärten und offener Feldflur. Genau an diesen Übergängen wandern Wald- und Feldmäuse im Spätherbst in Gebäude ein — nicht als Dauerbewohner, sondern auf der Suche nach einem frostfreien Winterquartier.
Der zweite Faktor ist die Bausubstanz. Die historische Altstadt zählt über 60 Fachwerkhäuser, das älteste von 1520, dazu die reich verzierten Steingiebelbauten der Weserrenaissance. Solche Gebäude haben Gefache, Holzbalkendecken, Bruchsteinkeller und Leitungsdurchführungen aus mehreren Bauepochen — für eine Hausmaus ein durchgehendes Netz aus Hohlräumen, in dem sie zwischen Erdgeschoss und Dachstuhl wechseln kann, ohne je sichtbar zu werden. Hinzu kommt: Als Staatsbad mit Gradierwerken und Kurpark hat Bad Salzuflen eine für seine Größe ungewöhnlich hohe Dichte an Kliniken, Kurhäusern, Hotels und Gastronomie, mit vielen Großküchen, Lagerräumen und Anlieferzonen auf engem Raum. In den ländlicher geprägten Ortsteilen wie Wüsten, Retzen oder Lockhausen sind es dagegen Futterlager, Ställe, Scheunen und angrenzende Ackerflächen, die den Zuzug im Herbst begünstigen.