Rheda-Wiedenbrück zählt rund 48.000 Einwohner und liegt im Süden des Kreises Gütersloh im Regierungsbezirk Detmold. Die Stadt entstand 1970 aus dem Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Städte Rheda und Wiedenbrück mit den Dörfern Batenhorst, Lintel und St. Vit — ein Zuschnitt, der bis heute prägt, wie unterschiedlich die Befallsbilder ausfallen. Durch das Stadtgebiet zieht die Ems, zwischen den beiden Kernorten liegt das Gelände der Flora Westfalica, das seit der Landesgartenschau 1988 als Natur- und Erholungspark genutzt wird. Böschungen, Uferbewuchs, Verrohrungen und Wasserflächen entlang der Emsauen sind klassische Reviere der Wanderratte; von dort führen Laufwege in angrenzende Gärten, Kleingärten und Hinterhöfe. Deshalb endet eine Rattenbekämpfung in Rheda-Wiedenbrück selten an der Grundstücksgrenze.
Dazu kommt die Struktur der Stadt. Rheda-Wiedenbrück ist ein Standort der Lebensmittel- und Fleischverarbeitung, liegt an der Bahnstrecke Hamm–Minden und ist über die Autobahn A2 angebunden; der Kreis Gütersloh gehört zu den agrarisch am dichtesten genutzten Räumen Nordrhein-Westfalens, mit Futtersilos, Getreidelagern und Hofstellen bis dicht an die Ortsränder. Wo Futter offen lagert, entsteht dauerhafter Druck von außen. In den historischen Kernen sieht es anders aus: In der Wiedenbrücker Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und in den gewachsenen Lagen um das Wasserschloss Rheda laufen Keller und Höfe oft über Jahrzehnte gewachsene Leitungen zusammen, und der Weg ins Gebäude führt über die schadhafte Anschlussleitung zum Kanal. Eine Behandlung an einer einzigen Adresse reicht dort selten aus.