Marienmünster hat keine Innenstadt, in der sich alles bündelt. Die Stadt entstand am 1. Januar 1970 aus dreizehn eigenständigen Gemeinden, und genau so fühlt sie sich bis heute an: Bredenborn zählt knapp 1.400 Einwohner, Vörden als Verwaltungssitz gut 1.300, Kollerbeck knapp 700 — und am anderen Ende der Skala stehen Eilversen mit rund 70 und Born mit gut 80 Menschen. Dazwischen liegen Felder, Wald und Wirtschaftswege. Für unsere Arbeit bedeutet das zuerst eine Frage der Logistik: Wer hier Schädlingsbekämpfung anbietet, muss Anfahrten bündeln, statt jeden Hof einzeln anzusteuern. Bauhistorisch ist Vörden der interessanteste Punkt. Der Ort erhielt 1342 Stadtrechte und blieb doch eine Ackerbürgerstadt — das heißt: Wohnhaus, Deele, Stall und Scheune stecken bei vielen Gebäuden unter einem Dach oder liegen Hof an Hof. Fachwerk prägt das Ortsbild, dazu das barocke Schloss Vörden, zwischen 1730 und 1734 für die Familie von Haxthausen errichtet, dessen Park heute öffentlich zugänglich ist. Ein Schädlingsbekämpfer, der nur den Wohnteil eines solchen Hauses absucht, sieht bestenfalls die Hälfte.
Der zweite Schwerpunkt ist die historische Bausubstanz im großen Format. Die Abtei Marienmünster, 1128 gegründet, mit romanischer Kirche aus der Zeit um 1150 und barocker Überformung, war bis zur Aufhebung 1803 ein Benediktinerkloster und gibt der Stadt bis heute ihren Namen. Solche Anlagen bedeuten weite zusammenhängende Dachflächen, historische Dachstühle, Balkenlagen, Gewölbekeller und Nebengebäude — die klassische Umgebung für Holzzerstörer, für Marder auf dem Spitzboden und für Tauben auf Simsen und Gesimskanten. Ähnliches gilt für die Burgruine Oldenburg, die um 1100 als Stammburg der Grafen von Schwalenberg entstand, für die Hungerbergkapelle und für die Turmwindmühle in Altenbergen aus den Jahren 1908 bis 1911. Die Landschaft liefert den Rest: Marienmünster liegt im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, Wald reicht vielerorts bis an die Gärten, und mit Niese und Brucht ziehen zwei Bachläufe samt Böschungen, Zuläufen und Hofteichen durch das Stadtgebiet — Wasser, Deckung und Futter auf engem Raum, also die Formel, nach der Wanderratten ihre Baue anlegen. Wirtschaftlich stellt das verarbeitende Gewerbe rund 39 Prozent der etwa 1.000 Arbeitsplätze, darunter Holzwerkstoffverarbeitung; hinzu kommt ein hoher Anteil an Auspendlern, deren Häuser werktags leer stehen. Beides verändert, wie und wann ein Befall auffällt.