Bad Driburg lebt seit über zwei Jahrhunderten von seinen Heilquellen. Das prägt die Stadt bis heute baulich und wirtschaftlich: Kurhäuser und Villen aus der Bäderzeit mit hohen Räumen, großen Dachstühlen und weitläufigen Kellern, dazu Kliniken, Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Gastronomie in dichter Folge rund um Park und Innenstadt. Für die Schädlingsbekämpfung ergibt das ein anderes Anforderungsprofil als in einer reinen Wohnstadt. Erstens der Gästewechsel: Wo jede Woche neue Koffer aus ganz Deutschland ankommen, ist die Bettwanze kein Zeichen mangelnder Sauberkeit, sondern ein statistisches Risiko, das man kontrolliert, bevor es sich über Zimmerwände hinweg verteilt. Zweitens die Küchen: Klinikküche, Hotelrestaurant, Bäckerei, Getränkelager, Wäscherei — überall dort ist es ganzjährig warm und feucht, und genau darauf sind Schaben angewiesen. Drittens der laufende Betrieb: Ein Haus mit Gästen kann nicht für zwei Tage schließen. Wir arbeiten deshalb in Randzeiten, in neutralen Fahrzeugen, ohne Aufschrift an der Kleidung, und dokumentieren jeden Einsatz so, dass er in Ihrer Eigenkontrolle verwendbar ist. Die alten Bausubstanzen bringen ihr eigenes Thema mit: In Dachstühlen aus dem 19. Jahrhundert, in Balkenlagen und Fußpfetten finden Hausbock und Nagekäfer das Material, auf das sie angewiesen sind — Bohrmehl unter einem Balken gehört fachlich beurteilt, nicht überstrichen.
Ein paar Kilometer weiter ändert sich das Bild vollständig. Dringenberg liegt hoch über der Kernstadt, mit historischem Ortskern, Fachwerk und Burganlage; Neuenheerse gruppiert sich um die alte Stiftskirche; Herste, Reelsen, Pömbsen, Alhausen, Erpentrup, Kühlsen, Langeland und Siebenstern sind Dörfer mit Hofstellen mitten im Ort, mit Scheunen, Futter- und Getreidelagern, Maschinenhallen und Streuobstwiesen am Rand. Hier zählt der Erntekalender mehr als der Kurkalender: Ab August wandern Mäuse aus den geräumten Schlägen ins Gebäude, und wo Waldrand, Obstwiese und Ortsrand ineinander übergehen — auf der Egge fast überall —, hat der Steinmarder kurze Wege auf Dachböden, in Carports und unter Motorhauben. Dazu kommt das Wasser. Bad Driburg ist eine Quellenstadt: Die Aa und ihre Zuläufe durchziehen das Tal, Gräben, Teiche und Parkgewässer liegen mitten im Siedlungsgebiet, und wo Wasser, Deckung und Futter dicht beieinanderliegen, hält sich die Wanderratte. Im Fachwerk der alten Ortskerne wiederum genügt eine ausgewitterte Gefachfuge, um Mäusen den Weg in Wand- und Deckenhohlräume zu öffnen — dieselbe Fuge, in der im Frühjahr eine Wespenkönigin ihr Nest anlegt.