Beverungen ist eine Weserstadt, und das prägt jeden Einsatz. Der Strom bildet hier zugleich die Landesgrenze: Auf der gegenüberliegenden Seite beginnt Niedersachsen, wenige Kilometer flussaufwärts Hessen. Die Kernstadt liegt unmittelbar am Wasser, dort wo die Bever in die Weser mündet und der Stadt ihren Namen gegeben hat. Rundherum steigt das Gelände steil an — Buntsandstein- und Muschelkalkhänge, viel Wald, darüber die offenen Ackerhochflächen. Baulich heißt das: gewachsene Ortskerne mit Fachwerk und massiven Bruchsteinsockeln, alte Bürger- und Hofhäuser mit tiefen Gewölbekellern, herrschaftliche Bauten wie das Schloss in Wehrden und die Klosteranlage in Herstelle, dazwischen Scheunen, Stallgebäude und Nebenhäuser, die längst anders genutzt werden als beim Bau gedacht. Für einen Schädlingsbekämpfer ist das ein anspruchsvoller Bestand: unbehandelte Balkenlagen und Ständerwerke, die wir auf Ausflugslöcher und Fraßgänge prüfen, sobald wir sie zu sehen bekommen; Bruchsteinkeller mit Fugen, die nie ganz dicht waren; und große, selten betretene Dachräume, in denen ein Marder monatelang unbemerkt bleibt.
Die elf Ortsteile könnten unterschiedlicher kaum sein. Herstelle, Wehrden und Würgassen liegen direkt am Fluss und am Weserradweg, mit Gastronomie, Pensionen und Ferienwohnungen, in denen Betten, Polster und Küchen saisonal stark wechselnd belegt sind — genau die Konstellation, in der Bettwanzen eingeschleppt werden und in der Schaben in Küche, Spülbereich und Lager ganzjährig im Warmen sitzen, unabhängig von der Jahreszeit. Dalhausen mit seiner alten Korbmachertradition, Amelunxen, Drenke, Tietelsen, Haarbrück, Blankenau, Jakobsberg und Rothe sind ländlich geprägt: Höfe, Grünland, Futter- und Maschinenlager, dazu Einzellagen bis an die Kreisgrenze. Dort entscheidet der Erntetermin darüber, wann Mäuse von den Feldern in Scheune und Wohnhaus wechseln. Und weil fast jeder Ortsteil an Wald oder Feldrand grenzt, kommen zwei Bilder verlässlich dazu: Marder, die über Traufe, Ortgang oder gelöste Pfanne auf den Dachboden gelangen, und Wespen- wie Ameisennester in Böschungen, Trockenmauern und Pflasterfugen der Hanggrundstücke.