Schloß Holte-Stukenbrock ist eine junge Stadt mit alten Wurzeln. Einzelne Höfe im heutigen Stadtgebiet tauchen bereits 1153 in Urkunden auf, die Kommune selbst entstand aber erst 1970: Aus Schloß Holte und Sende, die zum Amt Verl im damaligen Kreis Wiedenbrück gehörten, und aus Stukenbrock, das zum Amt Schloß Neuhaus im Kreis Paderborn zählte, wurde eine Gemeinde — Stadtrechte kamen im Januar 2003 dazu. Heute leben hier gut 27.000 Menschen, verteilt auf Schloß Holte, Stukenbrock, Sende, Liemke und Stukenbrock-Senne. Namensgeber ist das Holter Schloss, ein Jagdschloss, dessen Graben vom aufgestauten Ölbach gespeist wird; der Bach entspringt weiter östlich bei Augustdorf und quert das Stadtgebiet. Ringsum liegt die Senne: eine trockene Sanderfläche am Südwesthang des Teutoburger Waldes, mit Kiefernwald, Heideresten, Quellbächen des Ems-Oberlaufs und dem angrenzenden Truppenübungsplatz im Osten. In Stukenbrock-Senne erinnert die Gedenkstätte Stalag 326 an das Kriegsgefangenenlager der Jahre 1941 bis 1945.
Wirtschaftlich trägt die Stadt drei Standbeine, die an die Schädlingsbekämpfung jeweils andere Anforderungen stellen. Erstens der Tourismus: Der Freizeit- und Safaripark an der Senne bringt Besucherströme, Gastronomie, Futterlager und Übernachtungsangebote mit sich — dort geht es um Nager an Futter- und Abfallplätzen, um Wespen an Außengastronomie, um Tauben an Hallen und um Bettwanzen dort, wo Betten wöchentlich wechseln. Zweitens Maschinenbau, Metallverarbeitung und Zulieferbetriebe der Möbel- und Küchenindustrie in den Gewerbegebieten an der Autobahn, dazu rund dreihundert Handels- und Dienstleistungsbetriebe: Hallen mit Toren, die im Sommer offen stehen, Sozialräume, Kantinen, Palettenlager. Drittens die Landwirtschaft auf den leichten Sennesandböden mit Spargel, Kartoffeln, Mais, Baumschulflächen und Pferdehaltung. Genau dieser Sandboden ist der rote Faden: Er lässt Ratten und Mäuse mühelos graben, er heizt sich auf und macht Terrassen, Pflasterfugen und Fundamentränder zum bevorzugten Nistplatz von Wegameisen — und er sorgt dafür, dass Wohnbebauung und Kiefernwald hier ohne Übergang aneinanderstoßen.