Lemgo ist die älteste Stadt des Kreises Lippe, wurde 1190 von den Edelherren zur Lippe als planmäßige Stadt an der Kreuzung alter Handelswege angelegt und besitzt seit 1245 Stadtrecht. Als Mitglied der Hanse im späten Mittelalter nennt sie sich bis heute Alte Hansestadt. Rund 40.000 Menschen leben hier, im Tal der Bega am Rand des Lippischen Berglands, etwa 25 Kilometer östlich von Bielefeld — und damit in einer Mischung aus dicht bebautem historischem Kern, Wohnquartieren am Hang und offener Feldflur.
Für Mäuse ist vor allem die Bausubstanz entscheidend. Der sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern mit seinen reich verzierten Stein- und Fachwerkhäusern aus Spätgotik und Weserrenaissance bietet genau das, was Hausmäuse brauchen: durchgehende Hohlräume in Gefachen, offene Balkenlagen, Naturkeller mit gestampftem Boden und Gebäude, die über Brandwände hinweg miteinander verbunden sind. Ein Befall bleibt hier selten auf eine Wohnung beschränkt. Am Stadtrand und in den Ortsteilen kommt ein zweites Muster dazu: Bei der Neugliederung 1969 und 1970 wurden Brake, Brüntorf, Entrup, Leese, Lieme, Lüerdissen, Matorf, Voßheide, Welstorf, Wiembeck, Wahmbeck sowie Hörstmar und Trophagen eingemeindet. Dort grenzen Höfe, Scheunen und Gärten direkt an Acker und Grünland — und mit dem ersten kalten Regen im Herbst ziehen Wald- und Feldmäuse aus der Feldflur in Nebengebäude, Garagen und Keller.