Nieheim ist eine alte Ackerbürgerstadt, und das sieht man dem Bestand bis heute an. 1036 taucht der Ort erstmals als Nyhemin in den Urkunden auf, um 1230 erhält er Stadtrecht; der historische Kern ordnet sich seither ringförmig um den Turm der St.-Nikolaus-Kirche, der Hölsterturm steht als Rest der alten Befestigung noch am Rand. Zwischen den Fachwerkgassen stehen die Speicherhäuser, für die Nieheim bekannt ist — hölzerne Vorratsbauten, die früher Korn, Räucherware und den Nieheimer Käse aufnahmen und heute teils museal, teils privat genutzt werden. Für unsere Arbeit sind genau diese Bauten der Schwerpunkt: unbehandelte Ständer, Schwellen und Deckenbalken, in denen Holzschädliger jahrzehntelang unbemerkt arbeiten; Bruchsteinsockel mit offenen Fugen, durch die Mäuse einwandern; Gewölbekeller und selten betretene Speicherböden, in denen sich ein Marder eine ganze Saison lang einrichtet, bevor jemand ihn hört.
Außerhalb des Rings verteilt sich das Stadtgebiet auf neun Ortschaften, und die Landschaft wechselt dabei deutlich. Eversen, Himmighausen und Merlsheim liegen zur Emmer hin — Wasserlauf, Uferbewuchs und Bahndamm der Strecke nach Altenbeken bilden zusammen eine Leitlinie, an der Ratten sich bevorzugt bewegen. Erwitzen, Holzhausen und Schönenberg sind von großen zusammenhängenden Waldstücken umgeben; von dort kommen Marder, Siebenschläfer und im Herbst die Mäuse. Entrup, Oeynhausen und Sommersell sind bäuerlich geprägt, mit Hofstellen, Futterlager und Kleintierhaltung dicht an der Wohnbebauung. Dazu kommt das, was Nieheim überregional bekannt gemacht hat: Käseherstellung, Hofläden, Gasthöfe und der Deutsche Käsemarkt, der die Stadt alle zwei Jahre im September füllt. Wo Milch, Reifekeller, Küche und Lager zusammenkommen, gehört ein sauberes Schädlingsmonitoring zum Betrieb — Schaben und Nagetiere sind dort kein Saisonthema, sondern eine Dauerfrage.