Willebadessen ist eine Stadt an einer Kante. Westlich steigt der Kamm der Egge auf über 400 Meter an, dicht bewaldet, durchzogen von Wanderwegen und den Quellbächen, aus denen am Osthang die Nethe hervorgeht. Östlich davon fällt das Gelände in die Warburger Börde ab: weite, offene Lössfluren, kaum Hecken, dafür Getreide, Raps und Rüben bis an den Ortsrand. Diese beiden Landschaften treffen im Stadtgebiet unmittelbar aufeinander, und das merkt ein Schädlingsbekämpfer bei jedem zweiten Termin. Waldrandlagen liefern verlässlich Steinmarder, Wespen und Hornissen; die offene Feldflur liefert Mäuse, sobald die Ernte durch ist. Baulich prägt den Kernort das ehemalige Benediktinerinnenkloster mit seiner romanischen Kirche, dazu Fachwerkzeilen auf massiven Kalksteinsockeln, der Kurpark und der Skulpturenpark am Waldrand, in dem Kunstwerke zwischen den Bäumen stehen. Als staatlich anerkannter Erholungsort hat Willebadessen zudem Gästehäuser, Pensionen und Ferienwohnungen — Objekte mit wechselnder Belegung, bei denen wir Betten, Polster und Fugen anders prüfen als in einem dauerhaft bewohnten Haus.
Die dreizehn Ortsteile ziehen sich über gut 128 Quadratkilometer und sind damit weiter auseinandergezogen als in den meisten Nachbarkommunen. Peckelsheim, der größte Ortsteil und Sitz der Verwaltung, liegt bereits vollständig im Bördebereich, ebenso Eissen, Engar, Löwen und Niesen — hier bestimmen Hofstellen mit Getreidelager, Maschinenhalle und Kleintierhaltung das Bild, und dort sitzen die typischen Probleme: Mäuse im Futterlager, Ratten an Silo, Kompost und Hühnerauslauf, gelegentlich Schaben in gewerblichen Küchen und Verarbeitungsräumen, die ganzjährig warm bleiben. Altenheerse, Borlinghausen, Fölsen, Helmern, Ikenhausen, Schweckhausen und Willegassen liegen näher an Wald und Talrändern, oft in Einzel- oder Streulage. Dort dominieren andere Bilder: Marder auf selten betretenen Dachböden großer Wirtschaftsgebäude, Ameisenstraßen in Hofpflaster und Trockenmauern, und in unbehandelten Balkenlagen alter Scheunen Spuren holzzerstörender Insekten, denen wir nachgehen, sobald wir sie zu Gesicht bekommen. Wer hier anruft, gibt uns am besten gleich den Ortsteil und einen Orientierungspunkt mit — bei Einzelhöfen spart das Zeit, die sonst auf der Suche draufgeht.